Wer mit einer Ferienwohnung Geld verdienen will, sollte die Regeln genau kennen. In Paris hat ein Gericht jetzt ein deutliches Zeichen gesetzt: Weil vier Wohnungen ohne Genehmigung über Airbnb vermietet wurden, müssen ein Eigentümer und ein Concierge-Service zusammen 440.000 Euro Strafe zahlen. So hoch fiel eine Strafe gegen einen Concierge-Dienst dort bislang noch nie aus.
Airbnb-Urteil: 440.000 Euro Strafe
Wer seine Wohnung ohne Genehmigung als Ferienunterkunft vermietet, riskiert in Paris inzwischen hohe Strafen. Das zeigt das Urteil eines Pariser Gerichts, welches kürzlich einen Wohnungseigentümer und ein Concierge-Unternehmen zusammen zu einer Geldstrafe von 440.000 Euro verdonnerte. Der Grund: Sie hatten vier Wohnungen illegal über Airbnb angeboten. Die französische Zeitung Le Figaro berichtete darüber.

Nach Angaben der Stadt Paris hatte der Eigentümer die Wohnungen im 7. und 8. Arrondissement ohne die vorgeschriebene Genehmigung in Ferienunterkünfte umgewandelt. Das Gericht verurteilte ihn deshalb zu einer Geldstrafe von 220.000 Euro. Weitere 220.000 Euro muss das Concierge-Unternehmen zahlen, das die Buchungen und die Verwaltung der Wohnungen übernommen hatte.
Erstmals trifft es auch einen Concierge-Service
Nach Angaben der Stadt ist es das erste Mal, dass ein Concierge-Service in Paris in dieser Höhe bestraft wird. Möglich wurde dies durch das Gesetz „Échaniz-Le Meur“. Es erlaubt inzwischen, nicht nur Eigentümer, sondern auch Unternehmen zur Verantwortung zu ziehen, die illegale Ferienwohnungen professionell verwalten.
In der Urteilsbegründung heißt es, das Unternehmen habe als professioneller Dienstleister die geltenden Vorschriften kennen müssen. Zuvor lag die höchstmögliche Geldstrafe für Concierge-Services bei 50.000 Euro.
Jacques Baudrier, stellvertretender Bürgermeister von Paris und zuständig für Wohnungsfragen, sieht das Urteil als deutliches Signal. Er betont: „Diese Entscheidung gegen ein Concierge-Unternehmen dürfte weitere Verfahren nach sich ziehen“ und sei als „ein weiteres starkes Signal im Kurzzeitvermietungsmarkt, der Paris seiner Bewohner beraubt“, zu verstehen.
Mehr als 410.000 Euro Einnahmen in drei Jahren
Die vier Wohnungen wurden nach Angaben der Stadt seit 2022 als Ferienunterkünfte vermietet. Selbst Anfang Juni, als der Fall bereits vor Gericht verhandelt wurde, waren die Angebote noch online.

Die Stadt Paris schätzt, dass mit den vier Wohnungen zwischen 2022 und 2024 mehr als 410.000 Euro eingenommen wurden. Ein eigenes Kontrollteam überwacht dort regelmäßig den Markt für Ferienwohnungen. Nach Schätzungen der Stadt gibt es in Paris rund 25.000 illegale Kurzzeitvermietungen.
Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire begrüßte das Urteil. „Viel zu lange haben einige die Profitabilität über das Recht auf Wohnen gestellt.“ Außerdem erklärte er: „Jede zurückgewonnene Wohnung ist ein Sieg für die Pariser, die in ihrer Stadt leben wollen.“


