Sie schlängelt sich einmal quer durch das Wohngebiet Berlin-Friedrichsfelde und schlägt Haken, die Besucher verwirren. In der Sewanstraße wird gefühlt überall gebaut. Mehrere landeseigene Wohnungsbaugesellschaften ziehen neue Wohnhäuser hoch – mit vielen preisgünstigen Wohnungen, die mit WBS vermietet werden. Wo es überall Wohnungen gibt, wie teuer sie sind.
Das alte Hans-Loch-Viertel wächst immer weiter
Im Sewanviertel (früher Hans-Loch-Viertel) kann man viel über DDR-Baugeschichte lernen. Das Neubauviertel entstand von 1961 bis 1966 auf einem ehemaligen Datschen-Gelände auf beiden Seiten des damaligen Triftweges (heute Sewanstraße) – und gilt als erstes Neubauviertel in Ost-Berlin. Marzahn und Hellersdorf folgten erst viel später.
Seit 1992 heißt die frühere Hans-Loch-Straße Sewanstraße. Ihren heutigen Namen verdankt sie dem Sewansee in Armenien – dem größten See des Kaukasus.
Benannt wurde das Hans-Loch-Viertel nach dem 1960 verstorbenen Finanzminister der DDR, dem LDPD-Politiker Hans Loch. Anfangs wurden allem von viergeschossige Großplattenbauten hochgezogen – vom Typ QX aus der legendären Wohnungsbauserie Q3A.
Im Zentrum ragen drei elfgeschossige Hochhäuser empor, die einst mit Meißner Keramik verkleidet waren. 1963 kam an der Schwarzmeerstraße ein zehnstöckiges Wohnhaus hinzu. Ab 1965 wurde das Quartier nach Süden erweitert – mit bis zu zehn Stockwerke hohen Wohnblöcken, die das Stadtbild bis heute prägen.
Nur eines fehlt heute: die Passage im Mittelpunkt des Viertels, die einst auch das gesellschaftliche Zentrum war. Mit Kaufhalle, Gaststätte, Postamt und Apotheke. 2002/03 wurde dieser Komplex geschichtsvergessen abgerissen und durch zwei gesichtslose Zweckbauten ersetzt.

Schon in den 60er-Jahren gab es im Hans-Loch-Viertel rund 5000 Neubauwohnungen, die für 15.000 Berliner gebaut wurden. Nach dem Mauerfall zogen viele Bewohner weg, doch seit Jahren boomt das Viertel wieder. Immer mehr neue Häuser werden gebaut. Die Lage ist gut. Der Tierpark in Friedrichsfelde, der S-Bahnhof Betriebsbahnhof Rummelsburg und Karlshorst sind nur fußläufig entfernt.
Nicht alle Altmieter freuen sich über die Neubauten: In den vergangenen Jahren wurde das Viertel immer weiter verdichtet, Lücken mit weiteren Häusern geschlossen. Jetzt haben Howoge, Degewo und Berlinovo neue Wohnungen am Start und suchen nach Mietern.
Howoge: 116 Wohnungen ab 367,50 Euro warm
Die Howoge hat in der Sewanstraße 256 A-C genau 116 neue Wohnungen gebaut, 76 davon werden mit Wohnberechtigungsschein (WBS) vermietet. Alle Wohnungen sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet und verfügen über einen Balkon, Loggia oder Terrasse.

Angeboten werden momentan neun Wohnungen mit einem bis fünf Zimmern. Zurzeit preisgünstige Wohnung: eine 35 Quadratmeter große 1-Zimmer-Wohnung für 367,50 Euro - für die Howoge „ideal für Studierende und Alleinerziehende“. Voraussetzung: ein WBS bis 140.
Eine 3-Zimmer-Wohnung (70 Quadratmeter) kostet mit WBS (bis 140) 735 Euro war, ohne WBS 1330 Euro. Teuerstes Angebot: eine 5-Zimmer-Wohnung (125 Quadratmeter) ohne WBS für 2212,50 Euro.
Degewo: Wohnungen über Aldi-Supermarkt
Die Degewo hat 136 neue Wohnungen auf dem alten Aldi-Grundstück an der Sewanstraße 259 gebaut. Auch jetzt ist wieder ein neuer Aldi-Markt eingezogen, die Wohnungen gruppieren sich neben und über dem Supermarkt. Die ersten Wohnungen wurden gerade vermietet, die nächsten werden demnächst folgen und auf der Internetseite der Degewo eingestellt werden.

Seit dem 13. Mai hat Aldi wieder geöffnet. Eine neue, moderne Filiale. In dem Neubau bietet die Degewo je 52 1- und 2-Zimmer-Wohnungen sowie 32 3-Zimmer-Wohnungen an. 48 Wohnungen davon werden mit WBS vermietet. Mietpreis: ab 7 Euro pro Quadratmeter.


