Die Abnehmspritze hat den Boom ausgelöst, jetzt steht schon die nächste Variante in den Startlöchern: Ab Spätsommer soll statt der Spritze nun die Abnehmpille erstmals in Europa auf den Markt kommen. Das bedeutet endlich keine Nadeln und keine Scham mehr. Doch auch bei der Pille herrschen dieselben Regeln, wie bei der Spritze und auch preislich müssen Nutzer tief in die Tasche greifen.
Nicht jeder bekommt die Abnehmpille
Für wen kommt die neue Abnehmpille überhaupt infrage? Die Tablette ist nicht für Menschen gedacht, die vor dem Urlaub nur schnell ein paar Kilo verlieren wollen. Sie richtet sich an Erwachsene mit starkem Übergewicht oder Adipositas. In der Regel ist eine Behandlung ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 möglich – ab 30 beginnt laut BMI das Übergewicht. Auch Patienten mit einem BMI ab 27 können sie bekommen, allerdings nur dann, wenn bereits gesundheitliche Folgen des Gewichts vorliegen.

Dazu zählen etwa Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, eine Fettleber oder eine Schlafapnoe. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, wird die Pille in der Regel nicht verschrieben bekommen. Denn wie die bekannten Abnehmspritzen soll auch die Tablette nur auf Rezept erhältlich sein. Vor einer Behandlung muss deshalb ärztlich geprüft werden, ob sie medizinisch geeignet ist.
Kosten der Pille beginnen in den USA bei 129 Euro
Wie teuer die neue Pille in Deutschland wird, ist noch offen. Einen offiziellen Preis gibt es bislang nicht. Ein Hinweis kommt aber aus den USA, wo das Medikament bereits angeboten wird: Dort kostet die Startdosis aktuell rund 149 Dollar im Monat, also umgerechnet etwa 129 Euro. Mit steigender Dosierung wird es teurer. Dort liegen höhere Stufen bei umgerechnet rund 170 bis 257 Euro monatlich. Zum Vergleich: Auch Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro kosten häufig mehrere hundert Euro pro Monat.
Die Vorgaben für die Einnahme der Tabletten sollte unbedingt beachtet werden. Zwar wird sie nur einmal täglich eingenommen, das muss aber auf nüchternem Magen erfolgen. Danach dürfen Patienten weder essen noch trinken. Ansonsten kann der Wirkstoff nicht richtig aufgenommen werden.
Abnehmpille könnte ab August auf den Markt kommen
Ein weiterer positiver Effekt: Dr. Sarah Bechstein, medizinische Leiterin von Voy Deutschland, sagt zur Bild-Zeitung: „Viele Patienten berichten, dass sie aus Scham keine Spritze nehmen wollen – etwa vor der Familie oder dem Partner.“ So kann die Pille schnell, wie eine Ibuprofen, geschluckt werden. Vor allem für Patienten, die Angst vor Nadeln haben, ist das eine angenehmere Begleiterscheinung.



