Wer lügt am dreistesten? Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat wieder zur Wahl des „Goldenen Windbeutels“ aufgerufen. Kunden können im Internet unter den fünf Kandidaten das Produkt mit der unverschämtesten Werbelüge wählen.
Hohe Versprechen, doch der Inhalt ist nur heiße Luft?
Mit dabei unter den fünf Titelanwärtern ist das „Airfryer Backin Backpulver“ von Dr. Oetker. Das Pülverchen klingt nach Hightech für die Heißluftfritteuse, ist laut Foodwatch aber nichts anderes als normales Backpulver, allerdings „mindestens“ doppelt so teuer.

Die Bio-Molkerei Andechser wirbt auf ihrem Joghurt Matcha Mango mit der Zutat Matcha. Doch pro Becher enthält das Produkt laut Foodwatch nur 0,1 Prozent des Grünteepulvers. Das ist gerade mal eine Messerspitze auf 500 Gramm. Für die grünliche Farbe sorge auch das Algenpulver Spirulina, kritisiert Foodwatch.

Gummibärchen für mehr Spaß im Bett?
Dann wären da noch die Libido-Bärchen von Beautybears. „Extra Spice in dein Liebesleben“ versprechen sie für rund 25 Euro pro Dose. Laut Foodwatch bestehen sie vor allem aus Zucker, die Wirkung der zugesetzten Vitamine sei nicht belegt. Liebe geht durch den Magen, aber sicher nicht durch diese Gummibärchen.

Hersteller Lavita verlangt stolze 50 Euro für ein „Mikronährstoffkonzentrat“. Foodwatch sagt, dass der Trunk aber hauptsächlich aus Fruchtsaftkonzentrat besteht. Doch dafür ist der Preis viel zu hoch.

Der Klassiker: Packung schrumpft, Preis bleibt gleich
Und schließlich ein Klassiker der Verbraucherfrust-Liste: Shrinkflation. Die Airwaves Cool Cassis von Mars enthalten statt zwölf nur noch zehn Kaugummis. Und das zum gleichen Preis oder kaum günstiger. Wie Foodwatch ausrechnet, bedeutet das eine versteckte Preiserhöhung von bis zu 20 Prozent.

Foodwatch verleiht den „Goldenen Windbeutel“ seit 2009, um Verbrauchertäuschung sichtbar zu machen. Die diesjährigen Kandidaten hätten „eines gemeinsam: Sie ziehen Verbraucherinnen und Verbrauchern mit gewieften Maschen das Geld aus der Tasche“, erklärte Alina Nitsche von Foodwatch. „In Zeiten ohnehin schon hoher Lebensmittelpreise ist die Abzocke besonders dreist.“
Und wer den Bogen am meisten überspannt hat, darüber können Verbraucherinnen und Verbraucher bis Anfang Juli online auf dieser Internetseite abstimmen.


