Wichtige Änderungen

Änderungen im Juli 2026: Das ändert sich jetzt für Millionen

Ab Juli gelten neue Regeln für Verkehr, Sozialleistungen und Preise. Was sich ändert und was das für Sie bedeutet.

Author - Stefan Doerr
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Knöllchen sind ab Juli sechs statt drei Monate wirksam.
Knöllchen sind ab Juli sechs statt drei Monate wirksam.Steinach/Imago

Ob für Rentner, Autofahrer oder Fluggäste, der Juli 2026 bringt in Deutschland zahlreiche Änderungen. Während einige Verbraucher tiefer in die Tasche greifen müssen, profitieren andere von höheren Leistungen oder neuen Rechten. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Tanken wird teurer

Ende Juni ist Schluss mit dem Tankrabatt. Die Energiesteuer steigt wieder, und zwar um rund 14 Cent pro Liter. Mit Umsatzsteuer macht das knapp 17 Cent mehr für Benzin und Diesel. Autofahrer müssen also tiefer in die Tasche greifen.

Fliegen könnte günstiger werden

Flugreisende dagegen könnten Glück haben. Die Ticketsteuer sinkt ab Juli. Je nach Strecke sind das 2,50 bis 11,40 Euro weniger Luftverkehrssteuer pro Flug. Die Fluggesellschaften entscheiden aber selbst, ob sie die Entlastung an ihre Kunden weitergeben. Wegen der zuletzt stark gestiegenen Kerosinpreise gilt das als eher unwahrscheinlich.

Mit Ende des Tankrabatts wird Sprit wieder teurer.
Mit Ende des Tankrabatts wird Sprit wieder teurer.Sven Hoppe/dpa

Bei Kurzstrecken sinkt die Steuer von 15,53 auf 13,03 Euro. Für Mittelstrecken, zum Beispiel nach Nahost oder Zentralasien, werden künftig 33,01 statt 39,34 Euro fällig. Auf Langstrecken reduziert sich die Abgabe von 70,83 auf 59,43 Euro.

Neue Gebühr für Pakete aus Nicht-EU-Ländern

Wer gern in China, den USA oder Großbritannien bestellt, muss sich auf zusätzliche Kosten einstellen. Für Pakete mit einem Warenwert bis 150 Euro wird ab dem 1. Juli eine pauschale Zollgebühr von drei Euro erhoben. Betroffen sind Pakete aus allen Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Renten steigen stark an

Gute Nachrichten gibt es für Rentner. Ab dem 1. Juli steigen die Altersbezüge um 4,24 Prozent. Eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren wächst damit um 77,85 Euro im Monat. Grund ist die positive Lohnentwicklung im Vorjahr.

Knöllchen verjähren später

Wer geblitzt wird oder mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss künftig länger zittern. Die Frist für die Verfolgungsverjährung von Verkehrsordnungswidrigkeiten wird von drei auf sechs Monate verlängert.

Scan-Autos können per Kamera Parksünder entdecken.
Scan-Autos können per Kamera Parksünder entdecken.Bernd Weißbrod/dpa

Die Behörden haben damit doppelt so viel Zeit, Bußgeldbescheide zu verschicken. Wer zu schnell war oder bei Rot fuhr, muss künftig so lange zittern, ob ein Knöllchen kommt.

Scan-Autos gehen auf Jagd nach Parksündern

Deutschlands Kommunen bekommen ein neues Werkzeug gegen Falschparker. Ab Juli dürfen bundesweit sogenannte Scan-Autos eingesetzt werden.

Die Fahrzeuge erfassen automatisch Kennzeichen parkender Autos und gleichen sie mit digitalen Parkberechtigungen ab. Bis zu 1000 Kennzeichen pro Stunde können so kontrolliert werden. Schwarzparker und Falschparker sollen dadurch deutlich schneller entdeckt werden.

Fahrzeugdaten jetzt online abrufbar

Auch für Autobesitzer gibt es eine Neuerung. Beim Kraftfahrt-Bundesamt können technische Fahrzeugdaten künftig digital abgefragt werden.

Über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer lassen sich beispielsweise Informationen zu Rückrufen oder bekannten Mängeln abrufen. Besonders für Käufer von Gebrauchtwagen könnte das hilfreich sein.

Pflegekräfte bekommen mehr Mindestlohn.
Pflegekräfte bekommen mehr Mindestlohn.Zinkevych / Magnific

Mehr Lohn in der Pflege

Pflegekräfte erhalten zum 1. Juli höhere Mindestlöhne. Für Pflegehilfskräfte steigt die Lohnuntergrenze auf 16,52 Euro pro Stunde. Qualifizierte Hilfskräfte erhalten mindestens 17,80 Euro. Pflegefachkräfte kommen künftig auf mindestens 21,03 Euro pro Stunde.

Neue Chance für Minijobber

Für Minijobber ändert sich ebenfalls etwas. Wer sich in der Vergangenheit von der Rentenversicherungspflicht befreien ließ, kann diese Entscheidung ab dem 1. Juli einmalig zurücknehmen.

Bislang war ein Wechsel bei demselben Minijob nicht möglich. Betroffene können damit wieder Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung aufbauen.

Grundsicherung ersetzt Bürgergeld

Das Bürgergeld verschwindet, die neue Grundsicherung kommt. Die bisherigen Bescheide bleiben zwar gültig und die Zahlungen laufen ohne Unterbrechung weiter, aber die Pflichten werden strenger. Wer Termine beim Jobcenter verpasst, Fördermaßnahmen abbricht oder zu wenige Bewerbungen verschickt, muss mit schnelleren und härteren Kürzungen rechnen.

Nutzer können ausgediente Einweg-E-Zigaretten an allen Verkaufsstellen, zum Beispiel Kioske oder Tankstellen, zurückgeben.
Nutzer können ausgediente Einweg-E-Zigaretten an allen Verkaufsstellen, zum Beispiel Kioske oder Tankstellen, zurückgeben.Imagebroker/Imago

Neue Rücknahmepflicht für E-Zigaretten

Auch bei E-Zigaretten gibt es neue Regeln. Kioske, Tankstellen und andere Verkaufsstellen müssen ausgediente Geräte künftig zurücknehmen.

Bislang war dies vor allem bei Wertstoffhöfen, kommunalen Sammelstellen oder im Lebensmitteleinzelhandel möglich. Die Rückgabe bleibt kostenlos und ist nicht an einen Neukauf gebunden. Zudem müssen Händler künftig ausdrücklich auf die Rücknahmemöglichkeit hinweisen.