Ob für Rentner, Autofahrer oder Fluggäste, der Juli 2026 bringt in Deutschland zahlreiche Änderungen. Während einige Verbraucher tiefer in die Tasche greifen müssen, profitieren andere von höheren Leistungen oder neuen Rechten. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen.
Tanken wird teurer
Ende Juni ist Schluss mit dem Tankrabatt. Die Energiesteuer steigt wieder, und zwar um rund 14 Cent pro Liter. Mit Umsatzsteuer macht das knapp 17 Cent mehr für Benzin und Diesel. Autofahrer müssen also tiefer in die Tasche greifen.
Fliegen könnte günstiger werden
Flugreisende dagegen könnten Glück haben. Die Ticketsteuer sinkt ab Juli. Je nach Strecke sind das 2,50 bis 11,40 Euro weniger Luftverkehrssteuer pro Flug. Die Fluggesellschaften entscheiden aber selbst, ob sie die Entlastung an ihre Kunden weitergeben. Wegen der zuletzt stark gestiegenen Kerosinpreise gilt das als eher unwahrscheinlich.

Bei Kurzstrecken sinkt die Steuer von 15,53 auf 13,03 Euro. Für Mittelstrecken, zum Beispiel nach Nahost oder Zentralasien, werden künftig 33,01 statt 39,34 Euro fällig. Auf Langstrecken reduziert sich die Abgabe von 70,83 auf 59,43 Euro.
Neue Gebühr für Pakete aus Nicht-EU-Ländern
Wer gern in China, den USA oder Großbritannien bestellt, muss sich auf zusätzliche Kosten einstellen. Für Pakete mit einem Warenwert bis 150 Euro wird ab dem 1. Juli eine pauschale Zollgebühr von drei Euro erhoben. Betroffen sind Pakete aus allen Ländern außerhalb der Europäischen Union.
Renten steigen stark an
Gute Nachrichten gibt es für Rentner. Ab dem 1. Juli steigen die Altersbezüge um 4,24 Prozent. Eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren wächst damit um 77,85 Euro im Monat. Grund ist die positive Lohnentwicklung im Vorjahr.
Knöllchen verjähren später
Wer geblitzt wird oder mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss künftig länger zittern. Die Frist für die Verfolgungsverjährung von Verkehrsordnungswidrigkeiten wird von drei auf sechs Monate verlängert.

Die Behörden haben damit doppelt so viel Zeit, Bußgeldbescheide zu verschicken. Wer zu schnell war oder bei Rot fuhr, muss künftig so lange zittern, ob ein Knöllchen kommt.
Scan-Autos gehen auf Jagd nach Parksündern
Deutschlands Kommunen bekommen ein neues Werkzeug gegen Falschparker. Ab Juli dürfen bundesweit sogenannte Scan-Autos eingesetzt werden.
Die Fahrzeuge erfassen automatisch Kennzeichen parkender Autos und gleichen sie mit digitalen Parkberechtigungen ab. Bis zu 1000 Kennzeichen pro Stunde können so kontrolliert werden. Schwarzparker und Falschparker sollen dadurch deutlich schneller entdeckt werden.
Fahrzeugdaten jetzt online abrufbar
Auch für Autobesitzer gibt es eine Neuerung. Beim Kraftfahrt-Bundesamt können technische Fahrzeugdaten künftig digital abgefragt werden.
Über die Fahrzeug-Identifizierungsnummer lassen sich beispielsweise Informationen zu Rückrufen oder bekannten Mängeln abrufen. Besonders für Käufer von Gebrauchtwagen könnte das hilfreich sein.

Mehr Lohn in der Pflege
Pflegekräfte erhalten zum 1. Juli höhere Mindestlöhne. Für Pflegehilfskräfte steigt die Lohnuntergrenze auf 16,52 Euro pro Stunde. Qualifizierte Hilfskräfte erhalten mindestens 17,80 Euro. Pflegefachkräfte kommen künftig auf mindestens 21,03 Euro pro Stunde.
Neue Chance für Minijobber
Für Minijobber ändert sich ebenfalls etwas. Wer sich in der Vergangenheit von der Rentenversicherungspflicht befreien ließ, kann diese Entscheidung ab dem 1. Juli einmalig zurücknehmen.
Bislang war ein Wechsel bei demselben Minijob nicht möglich. Betroffene können damit wieder Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung aufbauen.
Grundsicherung ersetzt Bürgergeld
Das Bürgergeld verschwindet, die neue Grundsicherung kommt. Die bisherigen Bescheide bleiben zwar gültig und die Zahlungen laufen ohne Unterbrechung weiter, aber die Pflichten werden strenger. Wer Termine beim Jobcenter verpasst, Fördermaßnahmen abbricht oder zu wenige Bewerbungen verschickt, muss mit schnelleren und härteren Kürzungen rechnen.



