Eine Spritze gegen Kummerfalten, die andere für vollere Lippen: Der Hype um Hyaluron ist riesig. Doch Vorsicht vor schwarzen Schafen in der Kosmetikbranche. Der Fall einer Frau aus Lichtenberg landete nun vor Gericht. Zu Thi P. (31) kamen Kundinnen nach einem Tipp einer Freundin oder übers Internet. Ihr Ruf schien gut zu sein, sie behandelte wohl auch im Wohnzimmer. Nur eines besaß sie nicht: Die notwendige Qualifikation.
Vietnamesin spritzte Botos – mit schweren Folgen
Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung und Betrug. Vier Frauen werden von der Staatsanwaltschaft als Opfer genannt. Obwohl Thi P. „weder approbierte Ärztin noch zugelassene Heilpraktikerin war“, habe sie in Lichtenberg Behandlungen mit Hyaluron- und Botoxspritzen gesetzt. Und Kundinnen getäuscht: „Durch ihr professionelles Auftreten gingen Interessenten irrig vom Vorliegen einer entsprechenden Befähigung aus.“
Keine Aufklärung über Risiko und Nebenwirkungen, aber zwischen 150 und 200 Euro kassiert. Wer schön sein will, muss leiden. Aber zwei Frauen litten laut Anklage über Gebühr - Hämatom am Kinn bei der einen, blaue Lippen bei einer anderen Kundin.
Thi P. nickte: „Ich habe gespritzt.“ Das habe sie in Vietnam auch gelernt – „habe eine medizinische Ausbildung abgeschlossen“. In Vietnam sie das „eine Zwischenstufe zwischen Arzt und Pflegekraft“. Und ihr Verteidiger: „Sie ging mit größtmöglicher Sorgfalt vor.“

Ex-Kundinnen gaben bei der Polizei zu Protokoll: „Lippen und Kinn unterspritzt, hat mein Gesicht nicht merklich verändert, aber Hämatom.“ Marion (60) erinnerte sich: „Ach, meine Nageltante! Ließ mir mehrfach die Nägel machen, dann kam das Gespräch auf Hyaluron. Einmal gemacht, mehr war mir zu teuer, hatte hohe Tierarztkosten für den Hund.“ Eine Ex-Kundin musste zum Arzt: „Lippen aufspritzen lassen, dann Probleme und Antibiotika vom Arzt bekommen.“


