Insolvenz

Räumungsverkauf bei Möbelkette: Filialen nach Insolvenz vor Schließung

Die Möbelkette Hammer steckt tief in der Krise, mehr als 40 Filialen sollen schließen – für viele Beschäftigte wächst die Unsicherheit.

Author - Tobias Esters
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In vielen Hammer-Filialen läuft aktuell der Räumungsverkauf – zahlreiche Standorte stehen vor der Schließung, während Beschäftigte um ihre Zukunft bangen.
In vielen Hammer-Filialen läuft aktuell der Räumungsverkauf – zahlreiche Standorte stehen vor der Schließung, während Beschäftigte um ihre Zukunft bangen.Max Lametz/dpa

Die Einrichtungskette Hammer steckt tief in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und steht vor einem drastischen Einschnitt. In zahlreichen Filialen läuft aktuell ein groß angelegter Räumungsverkauf. Für viele der rund 1200 Beschäftigten geht es dabei um ihre berufliche Zukunft.

Zahlreiche Filialen stehen vor dem Aus

Wie unter anderem das Westfalen Blatt sowie die Neue Westfälische und das Mindener Tageblatt berichten, sollen etwa 44 der insgesamt 87 Fachmärkte bereits Ende März oder Anfang April schließen. Besonders betroffen sind Standorte in Hessen und Nordrhein Westfalen. Kunden werden mit Preisnachlässen von bis zu 50 Prozent in die Filialen gelockt.

Die Probleme bei Hammer reichen bereits ins vergangene Jahr zurück. Die Brüder Schlau Gruppe, zu der Hammer gehörte, musste Insolvenz anmelden. Die daraufhin gegründete Hammer Raumstylisten GmbH sollte einen Neustart ermöglichen, befindet sich inzwischen jedoch selbst im vorläufigen Insolvenzverfahren.

Eingangsbereich einer Hammer-Filiale: Die Einrichtungskette steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, viele Standorte stehen vor einem möglichen Ausverkauf.
Eingangsbereich einer Hammer-Filiale: Die Einrichtungskette steckt in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, viele Standorte stehen vor einem möglichen Ausverkauf.Max Lametz/dpa

Als Gründe für die Schieflage gelten ein schwieriges Marktumfeld im Einzelhandel, gestiegene Kosten etwa für Energie und Logistik sowie eine zurückhaltende Konsumstimmung. Viele Kunden investieren aktuell weniger in Einrichtung und Renovierung. Hinzu kommt der zunehmende Wettbewerb durch Online-Anbieter.

Große Unsicherheit für Beschäftigte

Für die Mitarbeiter ist die Situation besonders belastend. Viele wissen derzeit nicht, ob und wie es für sie weitergeht. Zwar gibt es laut Insolvenzverwaltung Interessenten, die Teile des Unternehmens übernehmen könnten, doch eine flächendeckende Lösung ist nicht in Sicht.

So geht es jetzt bei Hammer weiter

Im aktuellen Fall befindet sich das Unternehmen in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Ziel ist es, die wirtschaftliche Lage zu prüfen und mögliche Investoren zu finden. Der eingesetzte Insolvenzverwalter spricht nach eigenen Angaben von mehr als 300 kontaktierten Interessenten.

Der Ablauf folgt einem klaren Schema. Zunächst wird die Zahlungsfähigkeit geprüft, anschließend wird nach Lösungen für eine Fortführung gesucht. Gelingt dies nicht, kommt es zur Schließung von Standorten und zur Verwertung der vorhandenen Warenbestände. Genau das geschieht nun in vielen Hammer Filialen.

Die Probleme von Hammer sind kein Einzelfall. So musste etwa die Österreichische Möbelkette Kika/Leiner nach mehreren Sanierungsversuchen endgültig aufgeben, tausende Beschäftigte verloren ihren Job.

Andere Unternehmen wie Opti Wohnwelt konnten sich zwar retten, mussten dafür jedoch ihr Filialnetz deutlich verkleinern. Wieder andere Fälle wie Möbel Mahler zeigen, dass selbst nach Übernahmen und Umstrukturierungen ein späteres Aus nicht ausgeschlossen ist.