Im beschaulichen Trier brodelt es. Wo einst Karl Marx geboren wurde, steht ein neues Geburtshaus wegen eines bizarren Nachbarschaftsstreit plötzlich vor eine ungewissen Zukunft. Der Grund? Angeblich zu laute Geburts-Schreie. Ein Nachbar klagte wegen Lärmbelästigung.
Nachbar klagt gegen Geburtshaus in Trier wegen Lärmbelästigung
Geschäftsführerin Sarah Wolff ist fassungslos: „Die Entscheidung hat uns schockiert.“ Denn nach der Klage darf der größte Geburtsraum nicht mehr für Entbindungen benutzt werden. Weniger Platz heißt auch: weniger werdende Mütter können hier ihr Baby bekommen.
Nur etwa zehn Meter entfernt wohnt der Kläger, der sich offenbar massiv gestört fühlt. Sein Vorwurf: die gebärenden Frauen seien zu laut. Deshalb zog er vor das Verwaltungsgericht Trier und klagte.
Das Geburtshaus war früher ein Komplex für Studentenwohnungen gewesen. Die Stadt Trier erteilte die Baugenehmigung zur Umnutzung in ein Geburtshaus, das im Sommer 2025 eröffnet wurde. Nun könnte diese Genehmigung zurückgezogen werden, denn das Gericht wies in einer mündlichen Verhandlung unlängst darauf hin, dass die Rechte des Nachbarn womöglich nicht ausreichend beachtet wurden. Besonders brisant: Es gab offenbar keine Schallmessungen, obwohl der Raum an einer engen Stelle direkt zum Nachbarn liegt.

Noch bevor ein Urteil fiel, knickte der Bauträger ein. Der große Geburtsraum wird jetzt kurzerhand zum Vorsorgeraum umfunktioniert. Der Rechtsstreit wurde für erledigt erklärt.
Geburtshaus kämpft mit fehlendem Platz für Gebärende
Doch der Schaden ist angerichtet. Jetzt muss das Geburtshaus improvisieren. Es gibt zwar noch einen kleineren Raum – aber ohne die feste Badewanne. Die große Wanne sei für das Geburtshaus sehr wichtig, da sie die größte schmerzlindernde Maßnahme für die Mütter darstelle. „Wir geben hier keine Schmerzmittel, keine Medikamente.“


