Thüringen

Bademantel-Zoff im Hotel: Betreiber zieht nach Jahren die Reißleine

Ein Jahrelanger Streit endet im Bruch. Die Zusammenarbeit wird beendet, der Bademantelgang fällt weg. Gleichzeitig steht eine Millionenforderung im Raum.

Author - Tobias Esters
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Das Santé Royale zieht sich aus Bad Langensaltza zurück.
Das Santé Royale zieht sich aus Bad Langensaltza zurück.Foto: Santé Royale Bad Langensalza/sante-royale.de

Was nach Wellness und Entspannung klingt, endet im Dauer-Zoff. In Bad Langensalza in Thüringen knallt es seit Jahren zwischen einem Thermenhotel und der Stadt. Jetzt zieht die Hotelkette Santé Royale die Reißleine.

Hotel zieht Konsequenzen

Geschäftsführer Stefan Kiefer kündigte in einem offenen Brief an Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt an, dass der Vertrag mit der städtischen Kur- und Tourismusgesellschaft KTL nicht verlängert wird. Das berichtet der MDR. Damit ist klar: Spätestens im nächsten Jahr ist Schluss.

Und das hat Folgen. Auch der berühmte Bademantelgang, der das Hotel direkt mit der Friederikentherme verbindet, fällt weg. Für viele Gäste war genau das der Grund, überhaupt zu buchen. Im Bademantel direkt vom Zimmer ins warme Wasser – bequem und diskret. Doch genau dieser Gang wurde zum Zankapfel.

Wie der MDR berichtet, streiten sich Hotelbetreiber und die städtische Gesellschaft seit fast sechs Jahren vor Gericht. Es geht um Geld, viel Geld. Um höhere Preise für die Thermennutzung und darum, wer die Kosten für den Bademantelgang trägt.

Früher war die Nutzung für Hotelgäste kostenlos. Doch 2020 zog die KTL die Reißleine und kündigte den Vertrag. Plötzlich mussten Gäste zahlen – und blieben weg. Die Buchungen gingen zurück.

Der Bademantelgang führt direkt in die Frederiken-Therme.
Der Bademantelgang führt direkt in die Frederiken-Therme.Foto: sante-royale.de

Der Hotelbetreiber klagte und bekam Recht. Doch der Streit ist damit längst nicht beendet. Eine Schadensersatzklage aus dem Jahr 2022 läuft noch. Die Forderung hat es in sich. Mehr als zwei Millionen Euro stehen im Raum.

Baulärm und Gästerückgang: Streit trifft die Therme hart

Kiefer nennt noch weitere Gründe für die Misere. Baulärm durch den Umbau der Therme habe Gäste abgeschreckt. Die Zahlen gingen nach unten.

Für die Therme selbst könnte der Streit ebenfalls teuer werden. Laut Kiefer würden ohne Hotelgäste rund 70.000 Eintritte im Jahr fehlen.

Ein Vergleich schien schon greifbar. 2024 lag ein Vorschlag über mehr als eine Million Euro auf dem Tisch. Doch eine Einigung scheiterte.

Ein geplanter Gerichtstermin im Herbst 2025 platzte wegen eines Richterwechsels. Ein neuer Termin steht bis heute nicht fest. Mit einem Urteil rechnet Kiefer frühestens 2028.