Schade oder nicht?

EU will Mini-Flaschen mit Shampoo und Duschgel im Hotel verbieten

Viele Hotelgäste freuen sich über die kleinen Shampoos, die in den Badezimmern von Hotels stehen. Doch sie sollen bald Geschichte sein.

Author - Florian Thalmann
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Die kleinen Flaschen mit Kosmetik gibt es in vielen Hotels. Doch ab 2030 soll damit Schluss sein.
Die kleinen Flaschen mit Kosmetik gibt es in vielen Hotels. Doch ab 2030 soll damit Schluss sein.Pond5Images/imago

Sie sind ein kleines Extra, über das sich viele Menschen beim Besuch in einem Hotel besonders freuen – und das man auch gern als Souvenir mit nach Hause nimmt. Doch nun sagt eine EU-Verordnung den kleinen Shampoo- und Duschgel-Flaschen, die im Hotel-Badezimmer auf Gäste warten, den Kampf an. Bis 2030 sollen sie verschwinden.

Nach den Flaschendeckeln kommt das Mini-Shampoo

Die EU überrascht die Verbraucher immer wieder mit neuen Verordnungen. Zuletzt sorgten etwa die „Tethered Caps“ für Wirbel: Flaschendeckel, die fest an Plastikflaschen montiert werden. Manche haben sich inzwischen an die besonderen Verschlüsse gewöhnt – andere reißen sie ab oder bemängeln noch immer, dass sie das Trinken aus der Flasche oder das Ausgießen von Getränken erschweren.

Nun kommt die nächste Überraschung – und sie betrifft alle, die gern in Hotels übernachten und sich über die kleinen Shampoo-Proben freuen, die dort herumstehen. Denn die Tage der kleinen Kosmetikprodukte sollen bald gezählt sein. Grund ist eine EU-Verordnung zu Verpackungen und Verpackungsabfällen. Die gibt es bereits seit 2025, allerdings gilt sie im August 2026 in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Die kleinen Shampoos gehören zur Ausstattung in vielen Hotels. Doch durch die Mini-Flaschen entsteht viel Müll, der nun vermieden werden soll.
Die kleinen Shampoos gehören zur Ausstattung in vielen Hotels. Doch durch die Mini-Flaschen entsteht viel Müll, der nun vermieden werden soll.Pond5Images/imago

Ab dem 1. Januar 2030 dürfen dann keine Verpackungen mehr in Verkehr gebracht werden, die in der Verordnung aufgelistet sind. Darunter fallen auch Mini-Flaschen mit Shampoo und Duschgel, aber auch andere Kosmetikprodukte, die in kleinen Verpackungen stecken und die für den einmaligen Gebrauch gedacht sind.

Laut Berichten ist aber noch nicht klar definiert, welche Verpackungen genau unter das Verbot fallen – bis Februar 2027 soll es eine Handreichung geben, in der die Regeln mit konkreten Beispielen erläutert und auch Ausnahmen beschrieben werden.

Kosmetik in Hotels verursacht besonders viel Abfall

Vor allem Hotels sind betroffen – denn hier entsteht dadurch, dass die Fläschchen häufig nur kurz genutzt und dann in den Müll geworfen werden, besonders viel Abfall. Und genau der soll mithilfe der neuen Richtlinie bekämpft werden.

Die Betreiber von Hotels müssen entsprechend umstellen, wenn sie den Gästen trotzdem noch Duschgel, Shampoo und andere Kosmetik bereitstellen wollen. „Die Betreiber werden dann sicher andere Möglichkeiten finden, wie beispielsweise nachfüllbare Spender“, sagt Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin beim Deutschen Verpackungsinstitut. So wird es schon jetzt in vielen Hotels gehandhabt.

Viele Verbraucher fragen sich aber schon jetzt: Was wird aus den Reisegrößen bei Kosmetikprodukten, die in Drogerien zum Kauf angeboten werden? Sie sollen laut ersten Informationen nicht betroffen sein. Der Grund: Diese werden von Reisenden gezielt gekauft und dann genutzt – die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach nur einer Anwendung schon im Abfall landen, ist nicht so groß wie bei den kleinen Shampoos im Gastgewerbe.

Was halten Sie von der neuen EU-Verordnung?

Was halten Sie von der neuen EU-Richtlinie? Ist es richtig, dass die kleinen Kosmetikprodukte im Hotel verboten werden – oder ist das Quatsch? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com!