Es ist ein kollektives Trauma der Berliner. Im Jahr 2023 terrorisierten Mitglieder der sogenannten „Letzten Generation“, einer Umweltschutzgruppierung, den Straßenverkehr in der Hauptstadt. Immer wieder klebten die Mitglieder sich an wichtigen Verkehrsknotenpunkten auf die Straße, brachten den Verkehr zum Erliegen. Lange herrschte Ruhe an der Klimakleberfront. Doch nun scheinen sie zurück zu sein.
Klimakleber blockieren Autobahnauffahrt Sonnenallee
An der Autobahnauffahrt Sonnenallee gab es am Montagmorgen eine unangemeldete Demonstration, die einen Polizeieinsatz zur Folge hatte: Laut Verkehrsinformationszentrale (VIZ) musste die A100 im Bereich Sonnenallee gesperrt werden, später auch auf dem gesamten Abschnitt Dreieck Neukölln – Treptower Park. Der Polizei war es zum Glück nach kürzester Zeit möglich, die Demo zu beenden. Der Verkehr auf der A100 rollt um 9 Uhr wieder.
Tatsächlich handelte es sich hier um eine Aktion der „Neuen Generation“, wie die Gruppierung selbst via Instagram bestätigt hat. „Wir rasen in den Faschismus. In ganz Deutschland protestieren wir heute, um auf eines aufmerksam zu machen: die Merz-Mafia“, schreiben sie. Dazu posten sie ein Fotos eines ihrer Mitglieder auf einer Schilderbrücke der A100.
„Wir sehen in den USA wie Menschen von der Regierung gekidnappt oder auf offener Straße erschossen werden. Die Afd wünscht sich ICE in Deutschland. Dieser Menschenfeindlichkeit müssen wir uns in den Weg stellen“, erklären die Klimakleber weiter.
Wird Berlin wieder ins Chaos gestürzt?
Am Ende ihrer Bekanntgabe kündigen die Umweltschützer ein „neues Kapitel“ der „Neuen Generation“ an. Klingt ganz so, als würden die Klimakleber in voller Härte zurückkehren. Sollte das wirklich der Fall sein, werden wieder etliche Berliner mit erheblichen Einschränkungen und Verspätungen zu kämpfen haben. Es wäre ein Comeback, auf das die Autofahrer in der Hauptstadt lieber verzichten würden.
Die Gruppierung zeigte sich zuletzt wieder aktiver, gab einige Pressemeldungen heraus. So machten die Umweltschützer auch auf das neue Buch ihres bekannten Mitglieds Carla Hinrichs aufmerksam: „Meine verletzte Generation. Wie der Staat uns alle verrät“.

Die einstige Sprecherin der Klimagruppe ist Anfang des Jahres am Landgericht Berlin mit ihrer Berufung gegen eine frühere Verurteilung gescheitert. Hinrichs war im Juli 2024 vom Amtsgericht Tiergarten wegen Nötigung und versuchter Nötigung in mehreren Fällen zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden.
Polizei genervt von Klimakleber-Comeback
Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, äußert sich in einem Statement gegenüber dem KURIER zu der jüngsten Blockade. „Es ist für jeden ersichtlich, dass hier im Deckmantel eines neuen Namens und unter möglichst breit gestreuter Themenmixtur versucht wird, Mitstreiter zu gewinnen, um fernab rechtsstaatlicher Abläufe Maßnahmen zu erzwingen.“
Weiter ärgert sich Jendro: „Wir können auf solchen Nonsens gern verzichten, denn neben den vielen anderen Sicherheitsaufgaben sind Polizei und Justiz noch immer damit beschäftigt, die Tausenden Verfahren der ‚Letzten Generation‘ abzuarbeiten.“

Abschließend betont der Sprecher: „Umso wichtiger sind die Verfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung, bei der dann eben auch Nachfolgeorganisationen verboten wären.“


