Der Leerstand nach dem Galeria-Aus in Berlin Lichtenberg hat ein Ende. Im Ring-Center an der Frankfurter Allee ist ein neuer Traditionshändler eingezogen. Dabei verlief die Eröffnung jedoch mehr als holperig.
Geplatzte Eröffnung bei Woolworth
Woolworth hatte eine geplante Öffnung kurzfristig absagen müssen, weil es Probleme mit der Belüftungsanlage gab. Eine Genehmigung hatte gefehlt. Und beim Brandschutz darf es keine Kompromisse geben. Doch nun gibt es seit der vergangenen Woche ein Go von allen zuständigen Behörden und die Schnäppchenjäger können kommen. Sie haben eine lange Durststrecke hinter sich.
2024 hatte die Galeria-Kaufhof-Filiale im Ring-Center geschlossen. Nun öffnet stattdessen Woolworth eine große Filiale. Der lange Leerstand wird damit beendet.

Berlin für Discounter Wachstumsmarkt
Woolworth ist dabei ein großer Player auf dem Markt der Discounter, seit den 90er-Jahren auch im Osten für seine Grabbeltische beliebt. Die Marke hat in Berlin bereits 40 Filialen. Die Filiale im Ring Center ist nach einem Haus in Wilmersdorf die zweitgrößte in Berlin.
Berlin gilt noch immer als wichtiger Wachstumsmarkt für das Unternehmen, so eine Pressemitteilung zur Eröffnung.
In Essen wurde die Eröffnung des 1000. Geschäfts in ganz Europa gefeiert. Daher gibt es für Schnäppchenjäger in dieser Woche jede Menge Angebote: Wasserkocher für acht Euro, Tefa-Pfannen ab 15 Euro, oder Microfaser-Bettwäsche für fünf Euro.
Mehr Leben im Ring Center
Im Ring-Center freuen sich die Kunden im Kiez, dass wieder mehr Leben und Auswahl einkehren. Mit einer Verkaufsfläche von über 2000 Quadratmetern in der ersten Etage des einstigen Kaufhofs setzt Woolworth dem Leerstand etwas entgegen.
Kunden stöbern bereits seit einigen Tagen durch das Non-Food-Sortiment mit rund 10.000 dauerhaft verfügbaren Artikeln sowie 8000 Aktions- und Saisonprodukten aus nahezu allen Lebensbereichen – von Haushalt und Wohnen über Dekoration bis hin zu praktischen Alltagsartikeln.

„Berlin ist für Woolworth ein Markt mit Tradition und großem Potenzial. Der neue Store im Ring-Center gehört zu den Top-10-Woolworth-Filialen deutschlandweit und ist damit ein echtes Aushängeschild für unser erfolgreiches Handelskonzept“, sagt Hakan Kaplan, Manager bei Woolworth.
„Das Einkaufszentrum ist ein lebendiger Treffpunkt im Kiez – genau dort wollen wir mit unserem Angebot präsent sein.“
Woolworth Deutschland wurde im Adlon gegründet
Das Ring-Center gilt mit seinen rund 50 Shops als wichtiger Treffpunkt im Bezirk Lichtenberg, wo täglich Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenkommen. Genau in dieses Umfeld fügt sich Woolworth mit seinem Sortiment ein.
Woolworth hat seit 1879 den Discount-Einzelhandel geprägt. Zuerst in den USA. Im November 1926 wurde die deutsche Tochtergesellschaft der US-amerikanischen F.W. Woolworth Company im Berliner Hotel Adlon gegründet.
Seit 1997 gibt es Woolworth in den USA nicht mehr, in Deutschland aber ist das Unternehmen nach eigenen Angaben die am stärksten wachsende Handelskette. Woolworth will bis auf 1500 Geschäfte wachsen, besonders in den Innenstädten.
Ab den 1960er‑Jahren expandierte Woolworth in den USA stark, kaufte andere Firmen und vergrößerte viele Filialen. Diese Expansion erwies sich später als finanziell belastend.
In den 1980er‑ und 1990er‑Jahren verloren klassische „Variety Stores“ an Bedeutung, weil Discountketten wie Walmart, Target und Kmart deutlich effizienter und günstiger arbeiteten. Woolworths ursprüngliches Konzept – günstige Alltagswaren auf großen Tischen zum Festpreis – war revolutionär im frühen 20. Jahrhundert.
Und warum gibt es Woolworth in Deutschland noch?
Die deutsche Woolworth GmbH war eine Tochtergesellschaft, wurde aber später eigenständig und verfolgt ein anderes, moderneres Discount-Konzept. Deshalb existiert sie bis heute erfolgreich weiter. Aus dem US-Woolworth wurde Footlocker, eine Kette die bis heute existiert.



