Die Pleite gegen Kaiserslautern (0:1) zerstört den Aufstiegstraum – doch Hertha BSC hat auch noch ganz andere Probleme. Nach brutalen Szenen beim Auswärtsspiel in Dresden meldet sich die Fanszene zu Wort. Es geht um Fehler, um Verlust – und um eine Entscheidung mit Signalwirkung. Nur eines fehlt: klare Worte zur Gewalt.
Aufstiegstraum endgültig geplatzt
Der Frust sitzt tief in Berlin. Nach dem 0:1 gegen Kaiserslautern ist der Traum vom Aufstieg geplatzt, die Rückkehr in die Bundesliga rückt in weite Ferne. Doch was die Hertha-Fans gerade umtreibt, geht über Punkte hinaus. Es geht um Stolz. Um Identität. Und um eine Nacht in Dresden, die nachwirkt.

Denn dort eskaliert die Lage komplett. Anhänger beider Klubs stürmen unerlaubt den Innenraum im Rudolf-Harbig-Stadion. Es kommt zu schweren körperlichen Auseinandersetzungen. Pyrotechnik fliegt. Fans beschießen sich gegenseitig. Szenen, die brutal sind. Szenen, die verstören. Die Bilder gehen durch die Republik – und lösen eine Welle an Reaktionen aus.
Hertha-Ultras trauern um Ostkurven-Banner
Jetzt meldet sich die Ultras von Hertha erstmals zu Wort. Die Worte sind deutlich. „Einer der schwärzesten Tage unserer Geschichte als Fanszene“, heißt es. Der Schmerz sitzt tief. Denn neben der Gewalt geht es auch um ein Symbol: das Banner „Ostkurve Hertha BSC“. Ein Teil wird geklaut, später verbrannt. Für die aktive Fanszene ein Stich ins Herz.

Die Ultras zeigen sich selbstkritisch. Sie sprechen von „eigenen Fehlern“ und „Versagen“. Die Konsequenz folgt sofort: Die Fahne wird nicht mehr über der Kurve hängen. Ein harter Schnitt. Ein sichtbares Zeichen. Doch gleichzeitig fällt auf: Zur Gewalt gegen teilweise Unbeteiligte verliert die Szene kein Wort. Kein klares Abrücken. Keine Entschuldigung. Das sorgt für Diskussionen.
Hertha BSC will andere Gespräche mit den Ultras
Währenddessen läuft die Aufarbeitung auf Hochtouren. Die Polizei in Dresden richtet eine eigene Ermittlungsgruppe ein – Name: „Fahne“. 14 Beamte arbeiten daran, Täter zu identifizieren, unterstützt von Berliner Kollegen. Hinter den Kulissen brodelt es auch im Klub. Geschäftsführer Peter Görlich kündigt an, dass sich die Gespräche mit Fanvertretern „in eine andere Dimension“ entwickeln werden.
Und die Politik? Bleibt auffallend ruhig. Aus Berlin kommt von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport nur ein knapper Satz: „Es ist Aufgabe der Vereine, gewaltfreie Spiele zu gewährleisten.“ Mehr nicht. Keine klare Kante. Kein Druck.


