Aufstiegs K.o.

Wunschstürmer schickt Hertha in die Zweitliga-Hölle

Mergim Berisha war im Sommer ein Thema in Berlin – jetzt zerstört er mit dem 1. FC Kaiserlautern Herthas Traum vom Aufstieg.

Author - Sebastian Schmitt
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Fabian Reese und Hertha BSC müssen nach der Pleite den Traum von der Bundesliga-Rückkehr wohl endgültig begraben.
Fabian Reese und Hertha BSC müssen nach der Pleite den Traum von der Bundesliga-Rückkehr wohl endgültig begraben.Andreas Gora

Hertha BSC verliert gegen den 1. FC Kaiserslautern mit 0:1 (0:0) – und kassiert einen brutalen Nackenschlag im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga. Ausgerechnet Wunschstürmer Mergim Berisha trifft kurz nach der Pause. Die große Chance, Druck auf Platz drei auszuüben, verpufft. Statt Hoffnung wächst die Angst: War das die letzte Chance auf die Bundesliga?

Leere Blicke bei Hertha BSC nach Abpfiff

Stefan Leitl steht nach Abpfiff auf dem Rasen. Er klatscht jeden Spieler ab, streicht Köpfe, klopft Schultern. Doch keiner blickt auf. Leere Augen. Hängende Köpfe. Brutale Enttäuschung. Die Profis von Hertha BSC wissen: Das war mehr als nur eine Niederlage. Das war womöglich das Ende eines Traums.

Mit einem Sieg hätte Hertha bis auf zwei Punkte an den Relegationsplatz heranrücken können. Fünf Spiele vor Schluss, mittendrin im Aufstiegsrennen. Jetzt droht das Gegenteil. Der Abstand bleibt. Die Konkurrenz kann davonziehen. Die Bundesliga rückt wieder in weite Ferne.

Hertha vergibt letzte Chance auf den Aufstieg

Dabei beginnt alles wie gemalt. Trotz Ausfällen von Gechter, Brekalo und Cuisance übernimmt Hertha sofort das Kommando. Viel Ballbesitz. Viele Abschlüsse. Sessa, Reese, Eichhorn versuchen es. Doch es fehlt die eine klare Chance. Es fehlt die Präzision. Es fehlt das Tor.

Auch der eingewechselte Maurice Krattenmacher kann Hertha BSC gegen Kaiserlautern nicht helfen.
Auch der eingewechselte Maurice Krattenmacher kann Hertha BSC gegen Kaiserlautern nicht helfen.Andreas Gora

Dann kommt dieser Moment. 47. Minute. Erste Ecke für Kaiserslautern. Chaos im Strafraum. Zwei geblockte Schüsse. Der Ball fällt vor die Füße von Mergim Berisha, der zum 0:1 nur noch einschieben muss.

Mergim Berisha trifft gegen Hertha – ausgerechnet

Ausgerechnet Berisha. Der Stürmer, der im Sommer fast nach Berlin gewechselt wäre. Intensive Gespräche. Große Hoffnung. Am Ende sagte er ab. Jetzt trifft er. Und schickt Hertha wohl auch ein viertes Jahr in Folge in die Zweitliga-Hölle.

Mergim Berisha, im Sommer kurz vor einem Wechsel zu Hertha BSC, trifft für Kaiserlautern mit der ersten Chance.
Mergim Berisha, im Sommer kurz vor einem Wechsel zu Hertha BSC, trifft für Kaiserlautern mit der ersten Chance.Andreas Gora

Hertha will das Spiel drehen, wirft Wut und Wille rein. Doch pötzlich wirkt vieles hektisch und ungenau. Als würde der Druck die Beine lähmen.

2. Bundesliga: Hertha BSC bleibt wohl dabei

Die Zeit läuft gnadenlos gegen Hertha. Die Hoffnung schwindet. Erst spät kommt die letzte Welle. Zu spät. Schuler scheitert gleich zweimal an Krahl (89.). Seguin trifft den Innenpfosten (90.). Pech kommt also auch noch dazu.

Klar ist: Hertha verspielt den Aufstieg nicht an diesem Tag allein. Doch dieses Spiel und die fehlenden Effizienz zieht sich wie ein fieser roter Faden durch diese Saison.

Noch ist rechnerisch alles möglich. Doch realistisch wird es eng. Sehr eng. Die Konkurrenz muss patzen. Hertha muss liefern. Beides wirkt plötzlich weit weg. Und so bleibt dieses Gefühl. Dieses bittere Ziehen. Dieses Wissen: Die große Chance ist wohl vorbei.