Hertha BSC verliert gegen den 1. FC Kaiserslautern 0:1 (0:0) – und verspielt wohl die letzte realistische Chance im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga. Trotz 21 Abschlüssen und klarer Dominanz stehen die Blau-Weißen am Ende mit leeren Händen da. Trainer Stefan Leitl spricht Klartext – und findet deutliche Worte für das Gegentor. Die Pleite fühlt sich an wie ein Stich ins Herz.
21 Schüsse – und kein Hertha-Tor
Der Frust bricht sich Bahn. Direkt nach Abpfiff steht Stefan Leitl am Sky-Mikrofon und ringt sichtbar mit sich. „Das tut weh“, sagt der Hertha-Coach – und trifft damit den Nerv eines ganzen Stadions. Denn was sich im Olympiastadion abspielt, ist brutal. Dominanz ohne Ertrag. Hoffnung ohne Happy End.

Hertha macht das Spiel. Hertha drückt. Hertha schießt auf das Tor – 21 Mal. So oft wie in keinem anderen Spiel dieser Saison. Doch der Ball will nicht rein. Leitl bringt es auf den Punkt: „In der ersten Hälfte drei Möglichkeiten, die du nutzen musst, das tun wir nicht.“ Es ist die alte Krankheit. Chancen da, Effizienz weg. Und genau das rächt sich.
Ein Moment kippt das Spiel
Denn Kaiserslautern braucht nur einen Moment. Eine Ecke. Chaos. Pingpong im Strafraum. Und dann steht FCK-Stürmer Mergim Berisha, im Sommer noch kurz vor einem Wechsel nach Berlin, richtig. 0:1 (47.). Ein Gegentor aus dem Nichts. Ein Treffer, der alles kippt. Leitl ist maximal bedient: „Dann gerätst du durch so ein Kacktor in Rückstand.“

Besonders bitter: Hertha hat das Spiel komplett im Griff. „Wir haben alles unter Kontrolle, wir arbeiten uns nach vorne, wir sind in der gegnerischen Hälfte sehr, sehr präsent“, sagt Leitl. Und trotzdem liegt sein Team hinten. Weil ein Moment reicht. Weil Fußball gnadenlos ist.
Hertha BSC muss weiter für die Zweite Liga planen
Was folgt, ist ein Kampf gegen die eigene Psyche. Hertha will, aber verkrampft. Die Leichtigkeit ist weg. Die Präzision auch. Erst spät, viel zu spät, erhöht sich der Druck wieder. Doch der Ball will nicht ins Tor.
Leitl verteidigt seine Mannschaft dennoch: „Ich glaube, dass die Jungs das dann schon gut gemacht haben. Wir haben noch mehr Dominanz gezeigt.“ Und trotzdem steht am Ende die bittere Wahrheit. „Wir haben ein Spiel verloren, das du nicht verlieren darfst.“


