Hacker und DDR – das sind zwei Themen, die nicht besonders gut zueinander zu passen scheinen. Doch auch wenn sich die Technik damals mit der heutigen sicher nicht leicht vergleichen lässt, gab es auch zu Honeckers Zeiten Computerexperten, die ihr Handwerk beherrschten. Einer der Stars der Szene ist jetzt tot: Felix „FX“ Lindner starb bereits Anfang März, wie die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung jetzt berichtet.
Felix „FX“ Lindner war ein Pionier der Hacker-Szene
Er wurde laut dem Bericht nur 49 Jahre alt. Felix „FX“ Lindner gilt als einer der Pioniere der deutschen Hacker-Szene. Er wuchs in der DDR auf – als Sohn von Gabriele Lindner, der Lebensgefährten von Hans Modrow, der zum letzten Ministerpräsidenten der DDR wurde. Lindner lebte damals in Ost-Berlin und war schon in seiner Kindheit ein kleiner Computerfreak.
Seinen ersten Computer sah er laut „Ostdeutscher Allgemeiner Zeitung“ im Alter von sechs Jahren. Damals war Felix „FX“ Lindner in der Rechenabteilung der Universität in Sofia und stieß auf ein CGA-Computerspiel – dabei handelte es sich um Spiele aus den 1980er Jahren, das für den Color Graphics Adapter entwickelt wurde, den ersten Farbgrafikstandard für Computer von IBM.

Mit zehn Jahren hatte er dann den ersten eigenen Computer. Es war, wie er später berichtete, ein Robotron Z 9001. Der für heutige Verhältnisse riesige Computer wurde ab 1983 hergestellt und war vor allem für Privathaushalte, aber auch für den Einsatz in Bildungseinrichtungen gedacht. Er kam direkt aus dem VEB Robotron – und wer das gute Stück besitzen wollte, zahlte laut Zeitzeugen 1550 DDR-Mark.
Felix „FX“ Lindner lernte auf einem Robotron Z 9001
Programme waren auf dem Robotron Z 9001 von Felix „FX“ Lindner keine installiert. Dafür hielt er ein auf der Schreibmaschine geschriebenes Handbuch für die Programmiersprache BASIC in den Händen, das er von der ersten bis zur letzten Seite verschlang. Als Schuljunge war Lindner, wie die meisten Kinder in der DDR, bei den Thälmann-Pionieren. In der Zeit soll er auch das erste Mal mit Hackern in Berührung gekommen und Teil der Community geworden sein.
Später gründete er das Berliner IT-Sicherheitsunternehmen „Recurity Labs“, das nun den Tod des DDR-Hackers meldete. Lindner beschäftigte sich vor allem mit Sicherheitslücken in Netzwerkprotokollen und Endgeräten – und konnte im Laufe seiner Karriere etliche solcher Schwachstellen finden und damit sowohl Herstellern von Technik als auch Endkunden helfen.
Felix „FX“ Lindner war damit ein sogenannter White-Hat-Hacker, also ein „mietbarer Hacker“, der sich für die Sicherheit von Computern engagiert, anstatt mit seinem Wissen Schaden anzurichten.




