Das Inferno in der Silvesternacht in Crans-Montana in der Schweiz: Es macht noch Monate danach viele Menschen fassungslos. 41 Menschen verloren ihr Leben, als in einer Bar nach Mitternacht ein verheerender Brand ausbrach, ausgelöst durch Champagnerflaschen mit Partyfontänen. Nun haben die Ermittler die Aufnahmen von Überwachungskameras ausgewertet – und ein schockierendes Protokoll des Schreckens vorgelegt. Es zeigt, wie die Bar zur Todesfalle wurde.
Protokoll des Schreckens: Das passierte in der Todes-Bar
Mehrere Kameras – sowohl Überwachungskameras, als auch Handykameras – filmten die Tragödie, die sich in der Silvesternacht in der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana in der Schweiz ereignete.
Die Ermittler der Polizei haben sich für den Bericht sämtliche Aufnahmen vorgenommen und analysiert, wie sich der Brand ausbreitete. In weniger als zwei Minuten starben in der Bar 40 Menschen, ein zunächst geretteter Jugendlicher erlag später seinen Verletzungen. 116 Menschen zogen sich am Neujahresmorgen bei dem Feuer schwere Verletzungen zu.
Ausgelöst wurde der Brand durch Partyfontänen, die an Champagnerflaschen befestigt waren. Laut Ermittlern begann die Tragödie um 1.20 Uhr in der Nacht. Jessica Moretti, die Chefin der Bar, geht zu dem Zeitpunkt aus dem Keller an die Bar, um eine Kellnerin zu holen. Cyane Panine stirbt später ebenfalls in den Flammen.
Die gerade 24 Jahre alte Mitarbeiterin zieht sich um 1.23 Uhr einen Werbehelm der Champagner-Marke „Dom Pérignon“ auf und setzt sich auf die Schultern von Kellner Matthieu A. (27).

Die Fontänen an den Champagnerflaschen werden angezündet. Dann marschiert der Party-Zug durch die Bar in Crans-Montana. Laut Ermittlern fing die mit Schaumstoff ausgekleidete Decke der Bar exakt um 1.26 Uhr und 58 Sekunden Feuer.
Schnell fallen die ersten brennenden Tropfen auf die Gäste, denn der in Flammen stehende Schaumstoff schmilzt. Laut Ermittlern habe sich die „Lichtquelle“, wie sie es im Bericht nennen, schnell verstärkt, immer mehr Schaumstoff sei von der Decke getropft.
Flashover machte aus den Flammen ein Inferno
Um exakt 1.27 Uhr deutet ein Gast in Richtung Decke und zeigt auf die Flammen. Während die ersten Mitarbeiter – darunter ein Wachmann – sofort wegrennen und ein DJ einen Feuerlöscher holt, um die Flammen zu bekämpfen, erkennen andere den Ernst der Lage nicht.
Schnell wird aus den kleinen Flammen ein Inferno: Die Rauchgase entzünden sich, es kommt in der Bar zu einem sogenannten „Flashover“. Schon Sekunden später hat sich der Rauch ausgebreitet, wird undurchsichtig. Flammen schlagen durch den Raum.

Gleichzeitig kommt es an der Tür der Bar zum Chaos. Denn Menschen strömen von außen in die Bar, sie sehen das Feuer nicht. Dadurch kommt es zum Stau, weil wiederum andere aus der Bar nach draußen wollen. Die schockierende Beschreibung der Ermittler: „Die Menschen verklumpen sich zwischen der Treppe und der Tür.“ Um 1.28 Uhr sind auf den Videoaufnahmen demnach brennenden Menschen zu sehen. Um 1.28 Uhr und 30 Sekunden bricht das Bild ab.
In 92 Sekunden starben insgesamt 40 Menschen
Das Protokoll des Schreckens aus der Bar in Crans-Montana in der Schweiz beleuchtet insgesamt 92 Sekunden der Katastrophe. Nicht einmal zwei Minuten, die mehr als 40 Menschen das Leben kosteten. Die verheerende Bilanz des Feuers sieht man auch an der Anzahl der Verletzten: 164 Menschen hielten sich laut dem Bericht der Ermittler in der Bar auf, nur acht von ihnen sollen unverletzt geblieben sein.




