Nach Explosion

40 Tote und 115 Verletzte bei Silvesterparty in Schweizer Skiort

In einer Bar brach nach einer Explosion Feuer aus, es gab viele Tote und über 100 Verletzte.

Author - Stefan Doerr
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Die zerstörte Bar in Crans-Montana
Die zerstörte Bar in Crans-MontanaPolice Cantonale Valaisanne/Police Cantonale Valaisanne/AP/dpa

Großeinsatz im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana: Eine Explosion mit anschließendem Brand hat in der Silvesternacht das Ski-Paradies erschüttert. Nach offiziellen Angaben starben ungefähr 40 Menschen, rund 115 weitere Menschen seien verletzt worden, die meisten schwer, so der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, am späten Donnerstagnachmittag. 

Die Tragödie ereignete sich gegen 1.30 Uhr in der Bar Le Constellation, in der Hunderte Menschen den Jahreswechsel feierten. Nach Medienberichten kam es dort auch zu einer Explosion. Auslöser könnte Pyrotechnik gewesen sein.

Wie ein Augenzeuge dem Schweizer Nachrichtenportal 24heures berichtete, hatten Feuerwerkskörper, die an Champagnerflaschen angebracht waren, einen Brand an der Decke ausgelöst. Die Gäste gerieten in Panik, die Menschenmenge drängte über eine Treppe aus der Bar im Untergeschoss des Gebäudes.

„Es herrschte absolute Panik, alle schrien“, berichteten die Französinnen Emma und Albane im Sender BFMTV, über die dramatischen Momente nach dem Ausbruch des Feuers, das Dutzende Menschen tötete. „Jemand schlug ein Fenster ein, damit die Leute rauskamen.“

Polizeiangaben zufolge dauerte der Großeinsatz am Vormittag weiter an. Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Verletzte mit schweren Verbrennungen seien in umliegende Krankenhäuser gebracht worden.

Verletzte mit schweren Verbrennungen

Über dem Ferienort wurde ein Überflugverbot verhängt. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften war im Einsatz. Augenzeugen berichteten aus Genf, dass am Universitäts-Krankenhaus im Minutentakt Nothubschrauber landeten. Der Skiort liegt Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.

Unterstützung erhalten die Schweizer Behörden auch aus Italien. Der Zivilschutz des Aostatals entsandte auf Ersuchen der Schweiz einen Hubschrauber mit Spezialisten der Bergwacht und medizinischem Personal.

Mitten im Skiort feierten Gäste in einer Bar den Jahreswechsel.
Mitten im Skiort feierten Gäste in einer Bar den Jahreswechsel.Maxime Schmid/AFP

Das Unglück in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. „Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum“, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen.

Viele Prominente im Ferienort

Crans-Montana zieht als mondäner Ferienort auch regelmäßig prominente Gäste an. Zu den bekanntesten Einwohnern zählte der frühere James-Bond-Darsteller Roger Moore, der hier bis zu seinem Tod lebte. Der Ort befindet sich auf rund 1500 Meter Höhe und verfügt über ein weitläufiges Skigebiet. Ende Januar macht hier zudem der Ski-Weltcup Station.

Gerade über die Feiertage ist Crans-Montana meist vollständig ausgebucht. Rund 10.000 Einwohnern stehen etwa 2600 Hotelbetten gegenüber, darunter acht Häuser der Luxuskategorie sowie Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr stammt nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa jeder fünfte Gast aus dem Ausland. Der nächste internationale Flughafen befindet sich in Genf, rund 180 Kilometer nordwestlich.