Der Rauch hat sich verzogen, die Böllerei ist nahezu vorbei. Eine erste Bilanz der Silvesternacht macht deutlich: Ohne das Großaufgebot von Polizei und Feierwehr hätten sich die chaotischen Zustände des Jahreswechsels 2024/25 wohl wiederholt.
In der Silvesternacht sind in Berlin hunderte Menschen kurzzeitig festgenommen worden. Bis zum frühen Donnerstagmorgen seien rund 400 Menschen kurzzeitig festgenommen worden, erklärte die Polizei in der Bundeshauptstadt. Mindestens 24 Einsatzkräfte wurden demnach verletzt.
Nach Ausschreitungen in der Silvesternacht in vergangenen Jahren war die Berliner Polizei in diesem Jahr an Silvester mit einem Großaufgebot von 4300 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. „Um empathielose Böllerexzesse zu vermeiden haben wir bis heute Abend zahlreiche Kontrollen durchgeführt und große Mengen illegaler Pyrotechnik sichergestellt“, teilte die Polizei zuvor in Onlinediensten mit. Unter anderem seien bei Durchsuchungen von Autos und einer Wohnung im Stadtgebiet Kugelbomben sichergestellt worden.
Wasserwerfer gegen Böller-Chaoten

„Wir haben keine schweren Verletzungen bei Kollegen und auch nicht bei feiernden Menschen. Und wir haben auch nicht so schwere Vorkommnisse und Sachbeschädigungen wie im letzten Jahr“, sagte Polizeisprecher Florian Nath. Bereits am Abend meldete die Berliner Polizei mehrere Vorfälle: Im Bezirk Mitte soll eine Person von einem Balkon aus mit einer Schreckschusswaffe geschossen haben. Ein Einsatzteam habe in der Wohnung eine PTB-Waffe beschlagnahmt. PTB-Waffen sind Schreckschuss-, Signal- oder Reizgaswaffen.
Am Vortag sei bei Wohnungsdurchsuchungen im Bezirk Neukölln Pyrotechnik mit einer „Nettoexplosivmasse von knapp 14 Kilogramm“ sichergestellt worden, teilte die Polizei weiter mit. Zudem sei eine Summe Bargeld in fünfstelliger Höhe gefunden worden, mutmaßlich Handelserlöse.

Unter anderem das Zünden von Kugelbomben hatte im vergangenen Jahr in Berlin an Silvester zu großen Schäden und einigen Verletzten geführt. Die Berliner Feuerwehr meldete einen teilweise ausgebrannten Bus im Stadtteil Wilmersdorf. Ob das Feuer durch Pyrotechnik ausgelöst wurde, war zunächst nicht klar.
