So alt wird kein Hund, Moppi aber schon! Vor 50 Jahren tauchte er am 3. April 1976 das erste Mal im Sandmännchen-Abendgruß des DDR-Fernsehens auf und wurde der beste Kumpel von Pittiplatsch und Schnatterinchen. Für die Kinder ist der leicht knurrige Hund bis heute ein Star. Darauf ist vor allem Jürgen Kunze (88) stolz. Der Mann, der Moppi vor 50 Jahren in Windeseile auf die Welt brachte.
Aus der Not geboren: Wie DDR-Kinderstar Moppi auf die Welt kam
Aus der Not geboren hat er ihn. Ganz fix sollte es gehen. Jürgen Kunze erinnert sich im KURIER-Gespräch noch genau, wie er damals plötzlich auf den Hund gekommen ist. Normalerweise baute er als Szenerist die schönen Märchenland-Kulissen für Fuchs, Elster, Pittiplatsch und Schnatterinchen, aber nie eine Figur.
„Auf einmal wurde für eine Abendgruß-Geschichte mit Pittiplatsch ein Hund als neue Figur gebraucht. Man kam auf mich zu und sagte: ,Jürgen, mach mal! Du mit deinen goldenen Händen schaffst das schon. Das war’s.“

Dabei gab es mit „Struppi“ bereits einen Hund im Sandmann-Abendgruß. Doch ihn konnte man nicht verwenden. Schließlich war diese Hundepuppe bereits prominent besetzt.
Mit ihr trat Schnellzeichner „Taddeus Punkt“ (Heinz Fülfe 1929–1994) auf. Also machte sich Jürgen Kunze ans Werk, aus dem Nichts eine neue Hunde-Figur zu schaffen.
Sandmann-Star Moppi: Aus einem alten Mantel gemacht
„Es gab keine Vorlage für die Figur“, sagt er. „Als Haustier hatte ich auch keinen Hund, nur einen tollen Wellensittich, der ,Vati hat gut Freund‘ rief.“ Und Kunze hatte Stoffreste. „Aus einem alten Mantel von mir habe ich dann an einem Wochenende Moppi zusammengenäht.“

Wie kam Kunze denn nur auf Moppi? „Das war nicht meine Idee“, sagt Kunze. „Die Autorin Ingeborg Feustel, Erfinderin von Pittiplatsch, hatte sich den Namen ausgedacht. Auch wie Moppi sein sollte: Ein gutmütiger, freundlicher Hund, der ein bisschen meckert und mit Pittiplatsch Unfug macht.“
Selbst wie die beiden sich kennenlernen, hatte die Autorin festgelegt. Pittiplatsch langweilt sich, spielt mit einem Stock an einem Gartenzaun. Dahinter erscheint Moppi, der etwas frech von Pitti Hustenbonbons verlangt.

Nur gesprochen hat er ihn nicht. „Die Stimme von Moppi kam vom Band, ich musste nur die Figur und vor allem sein Maul danach bewegen“, sagt Kunze.
Radio-Sprecher Günter Schiffel lieh dem Hund die Stimme. Da er aber auch die Stimme des Radio-Sandmanns des Senders Radio DDR I war, übernahm kurze Zeit späte Sandmann-Regisseur Günter Puppe den Sprechpart. Heute führt Puppenspieler Martin Paas („Sesamstraße“) den Sandmann-Star durch die Kulissen und leiht ihm auch die Stimme.
Sandmann-Star Moppi hat eigene Serie und eine Koch-Show
Moppi selbst geht es mit 50 Jahren pudelwohl. Der Star ist richtig gut im Geschäft. Seit 2021 hat er bei KiKA eine eigene TV-Show („Moppi und der Leckerladen“), zaubert mit Köchin Maya leckere und gesunde Gerichte.

Seit drei Jahren ist der bellende Sandmann-Star mit der lila Katze „MiWau“ in einer Mini-Serie zusammen. Ab 30. März werden zehn neue Folgen immer montags in der abendlichen Sandmännchen-Sendung im RBB, MDR, KiKA und NDR gezeigt – der Auftakt zum 50. Geburtstag.


