Er war eine Legende. Komiker und Schauspieler Gerd E. Schäfer (1923–2001), der vor 25 Jahren starb. Unvergessen bleibt seine Rolle als Maxe Baumann, die er in den TV-Schwänken spielte, die immer zu Silvester im DDR-Fernsehen liefen. Millionen von Zuschauern waren damals begeistert. Und jetzt können es die Menschen wieder sein. Denn Sohn Alexander G. Schäfer (61) lässt die Kultfigur seines Vaters wieder auferstehen.
Sohn von Gerd E. Schäfer ist jetzt Maxe Baumann
Wie der Vater, so der Sohn: Brille, Schnauzer, Berliner Mundart – die Ähnlichkeit von Alexander G. Schäfer mit seinem Papa ist schon verblüffend. Und die Leute werden staunen, wenn er in Beelitz (Brandenburg) als Maxe Baumann auf der Bühne steht. Ja, genau wie der Vater schlüpft nun auch der Sohn in diese Rolle.
Denn bei den Beelitzer Festspielen ist am 23. Juli für „Keine Ferien für Max“ auf der Freilichtbühne Premiere. Es ist die Neuauflage des Maxe-Baumann-Klassikers, der am 31. Dezember 1977 erstmals im DDR-Fernsehen zu sehen war.
„Ich habe das Stück umgeschrieben, es in die heutige Zeit gebracht“, sagt Alexander G. Schäfer dem KURIER. „Denn man redet heute ganz anders als vor fast 50 Jahren. Und Telefonapparate mit Wählscheibe, wenn man überhaupt Glück in der DDR hatte, einen solchen zu besitzen, gibt es ja heute schon lange nicht mehr.“
Dafür aber Ehestreitigkeiten und so manche turbulenten Dinge, die das Leben von Maxe Baumann und seiner Frau, gespielt von Heike Köfer (Witwe des DDR-Volksschauspielers Herbert Köfer), heftig durcheinanderbringen werden. „Solche Dinge sind einfach zeitlos. Die gab es vor 50 Jahren, die wird es auch in den nächsten 50 Jahren geben.“

Auch ein bisschen DDR kommt in dem Stück vor. Zum Beispiel der legendäre DDR-Kleinbus Barkas, der auf die Bühne geknattert kommt, verrät Alexander G. Schäfer. Und auch geblieben ist: Der Maxe-Baumann-Schwank wird in Beelitz das Publikum garantiert zum Lachen bringen. So wie früher, als die Stücke zu Silvester im DDR-Fernsehen liefen.
Maxe Baumann: Vor 50 Jahren ging der DDR-Kult los
1976 war Gerd E. Schäfer als der Urberliner Maxe Baumann zum ersten Mal in dem Schwank „Ferien ohne Ende“ zu sehen. Insgesamt sieben Schwänke und einen TV-Film gab es. „Eigentlich war nur ein Stück geplant“, sagt sein Sohn. „Doch das Publikum war begeistert, wollte Fortsetzungen.“

Ein Stück war zunächst auch bei der Maxe-Baumann-Neuauflage von Alexander G. Schäfer geplant. Im vergangenen Jahr brachte er bei den Beelitzer Festspielen das Stück „Maxe Baumann – Ferien ohne Ende“ auf die Bühne. Auch hier war das Publikum begeistert. „Acht Vorstellungen, über 6500 Zuschauer kamen“, sagt Alexander G. Schäfer. „Da war klar, wir machen weiter.“
Wer die Maxe-Baumann-Schwänke aus dem Fernsehen noch kennt, der weiß: Da stand ein großes Staraufgebot auf der Bühne. Was in der DDR Rang und Namen hatte, trat in den Stücken auf – wie Margot Ebert („Zwischen Frühstück und Gänsebraten“), Heinz Behrens, Rolf Herricht, Helga Hahnemann. Sogar DDR-Chefindianer Gojko Mitic machte in einer Folge mit.
Maxe Baumann: Staraufgebot in Beelitz
Mit Stars kann auch Alexander G. Schäfer bei Maxe Baumann in Beelitz aufwarten, der nicht nur die Hauptrolle spielt und das Drehbuch schrieb, sondern auch Regie führt. Michael Trischan („In aller Freundschaft“) ist unter anderem dabei. Pierre Sanoussi-Bliss („Der Alte“) ist gleich in einer Doppelrolle zu sehen. Dazu kommen Heike Köfer, Entertainerin Dagmar Gelbke und Petra Blossey („Unter uns“).

Und noch jemand ist dabei: Frank Schäfer (67), Schauspieler, Berliner Kult-Friseur und der Bruder von Alexander G. Schäfer. Bei Maxe Baumann machen die beiden Geschwister nun endlich gemeinsame Sache. „Frank ist für die Kostüme verantwortlich.“
Maxe Baumann: Gedenken an Achim Wolff
Nur ein Star wird leider nicht dabei sein: der Berliner Theater- und TV-Schauspieler Achim Wolff („Salto Postale“), der im vergangenen Jahr zusammen mit Alexander G. Schäfer bei Maxe Baumann auf der Bühne stand. Er starb am 7. Juli im Alter von 87 Jahren an einer schweren Krankheit. „Wir alle werden ihn sehr vermissen“, sagt Alexander G. Schäfer.
Maxe Baumann – und kein Ende in Beelitz? „Ich arbeite schon an einer Fortsetzung für 2027“, sagt Alexander G. Schäfer. „Denn ich bin ganz sicher: Das jetzige Stück wird wieder ein großer Erfolg und verlangt nach einer Fortsetzung.“



