Nach schwerer Krankheit

DDR-Legende Achim Wolff (†87) ist tot: Mit „Salto Postale“ wurde er nach der Wende zum Star

Der Berliner Schauspieler prägte Theater und Fernsehen über Jahrzehnte. Wolffs Karriere begann schon 1960 mit dem Film „Toter Winkel“.

Author - Stefan Henseke
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Achim Wolff vor vier Jahren bei einem Fototermin vor dem Schlossparktheater in Berlin-Steglitz.
Achim Wolff vor vier Jahren bei einem Fototermin vor dem Schlossparktheater in Berlin-Steglitz.APress/imago

Er war schon in der DDR ein populärer Schauspieler. Jetzt ist Achim Wolff tot. Der gebürtige Berliner starb am Dienstag im Alter von 87 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreis seiner Familie. Das bestätigt seine Künstleragentur auf Anfrage.

Achim Wolff spielte zusammen mit Wolfgang Stumph

Über Jahrzehnte gehörte Wolff zu den prägenden Gesichtern von Theater und Fernsehen in der DDR. Dessen Karriere nach der Wende nahtlos weiterging. Bundesweit bekannt wurde Wolff in den 90ern als liebenswerter Rudi Reschke in der ZDF-Kultserie „Salto Postale“, in der er an der Seite von Wolfgang Stumph spielte. Auch in den Fortsetzungen „Salto Kommunale“ und „Salto Speziale“ war Achim Wolff dabei.

Die Karriere des Charakterschauspielers begann bereits Anfang der 60er-Jahre. Nach seinem Fernsehdebüt 1960 („Toter Winkel“) folgte kurz darauf der erste DEFA-Kinofilm („Die Liebe und der Co-Pilot“).

In den Jahrzehnten danach stand Wolff für weit mehr als 100 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Zu DDR-Zeiten spielte er unter anderem in den DFF-Serien „Fridolin“ sowie in Filmen von Regisseur Herrmann Zschoche („Die Alleinseglerin“).

Erfolgreich im Theater: mit „Pension Schöller“ und „Honig im Kopf“

Doch seine große Leidenschaft war stets die Bühne. Wolff spielte viele klassische Rollen und war unter anderem am Friedrichstadt-Palast, im theater 89, an der Komödie Dresden sowie am Hans-Otto-Theater Potsdam engagiert. Kultstatus erreichte er als Philipp Klapproth in „Pension Schöller“ – eine Rolle, die er seit 1997 mehr als 800 Mal am Theater am Kurfürstendamm verkörperte.

Mit Wolfgang Stumph und Helen Vita spielte Achim Wolff (re.) in der Kultserie „Salto Postale“.
Mit Wolfgang Stumph und Helen Vita spielte Achim Wolff (re.) in der Kultserie „Salto Postale“.United Archives/imago

Große Anerkennung erhielt Wolff auch für seine Darstellung des an Alzheimer erkrankten Amandus in der Bühnenfassung von Til Schweigers „Honig im Kopf“ am Schlosspark-Theater. Mit Sensibilität und Menschlichkeit berührte er Abend für Abend das Publikum.

Auch Kinder kannten und liebten ihn: Von 2005 bis 2012 spielte er den Weihnachtsmann in der beliebten Kika-Serie „Beutolomäus“. Seit mehr als 20 Jahren arbeitete Wolff zudem erfolgreich als Theaterregisseur.

Selbst im hohen Alter blieb er seiner Leidenschaft treu. Noch 2025 stand Achim Wolff gemeinsam mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Rita Feldmeier, bei den Beelitzer Festspielen auf der Bühne.

Die waren ein Ehepaar und Berufskollegen: Rita Feldmeier und Achim Wolff.
Die waren ein Ehepaar und Berufskollegen: Rita Feldmeier und Achim Wolff.Sabeth Stickforth

Das Paar lebte seit 1985 in Stahnsdorf bei Berlin, in Plau am See hatten und ihre beiden Kinder einen Rückzugsort. Achim Wolff war ein großer Familienmensch. Dem KURIER erzählte er einmal, dass die Harmonie in der Ehe und Familie die Grundlage seiner Produktivität seien. Er schwärmte damals von der Beziehung: „Alles läuft wie von selbst, wir haben die gleichen Schwingungen“.

Welcher Erinnerungen haben Sie an Achim Wolff? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com