Auch in der DDR war sie beliebt bei Märchen-Fans – und viele traf die traurige Nachricht vom Tod von Jana Brejchová mitten ins Herz. Sie wurde unter anderem im DEFA-Film „Aber Doktor“ bekannt – und auch in der Fantasy-Serie „Die schöne Arabella und der Zauberer“, die ursprünglich „Die Märchenbraut“ hieß. Doch in den vergangenen Jahren ging es der Film-Ikone aus Tschechien immer schlechter.
Nur wenige hatten Kontakt mit DDR-Star Jana Brejchová
Menschen, die in engem Kontakt mit Jana Brejchová standen, dürfte ihr Tod kaum überrascht haben. Denn sie litt seit Jahren unter gesundheitlichen Problemen. In einem Interview mit dem tschechischen Portal „Blesk“ packte Jiří Ptáčník, der die Schauspielerin lange kannte, über ihre letzten Jahre und Monate aus. Denn er gehörte zu den wenigen Menschen, die sie bis zum Schluss begleiteten.
DDR-Märchenkönigin Jana Brejchová starb im Alter von 86 Jahren – doch bereits mit 70 Jahren hatte sie sich aus der Öffentlichkeit ins Privatleben zurückgezogen. Der Grund waren gesundheitliche Probleme, verriet Jiří Ptáčník dem Portal. „Im Innersten war Jana ein schüchterner und zurückhaltender Mensch, und als sie spürte, dass sie auf der Bühne nicht mehr hundert Prozent geben konnte, zog sie sich lieber zurück“, sagte er.

Für die Schauspielerin aus „Die Märchenbraut“ begann eine Reise durch die Krankenhäuser. In mehreren Kliniken wurde sie untergebracht. Doch das Unheil verfolgte sie. „Unglücklicherweise brach sie sich später den Oberschenkelhals, was sie wieder in den Krankenhauskreislauf zurückwarf“, sagte Ptáčník. Am Ende sei sie in einer Langzeitpflegeeinrichtung im tschechischen Motol untergekommen, einem Stadtteil von Prag – in der tschechischen Hauptstadt wurde Jana Brejchová auch geboren.
Die Schauspielerin aß zum Schluss nur noch wenig
Ihr Freund Jiří Ptáčník besuchte sie regelmäßig. Die letzten zwölf Jahre seien schwierig gewesen – auch wenn sie versuchten, den Optimismus zu bewahren. Die Schauspielerin habe sich sehr bemüht, das Gehen trainiert. Auch Essen habe er ihr mitgebracht. „Jana aß sehr wenig, sie war zierlich wie ein Spatz. Aber ich hatte damals, glaube ich, ein gutes Gespür dafür, was ich ihr mitbringen sollte“, erzählte er. Sie habe immer zerdrückte Bananen mit Äpfeln bestellt, das mit Appetit gegessen. Zu Weihnachten gab es Kartoffelsalat mit Fisch.

Doch nun endete das Leben der großen Schauspielerin, die sich die Zuschauer in der DDR verzauberte. Sie starb vor einer Woche in der Nacht von Freitag auf Samstag. Bis zum Schluss habe sie einen großen, inneren Stolz gehabt, erzählt ihr langjähriger Freund. „Vielleicht wollte sie nicht, dass die Menschen sie in einem Moment sehen, in dem die Krankheit ihr Leben erschwerte“, sagte er. „Das Theater war ihre Lebensenergie, und als sie diese Möglichkeit verlor, zog sie sich still zurück.“




