
Das Aus für das beliebte Schlossplatztheater schien schon besiegelt. Im Sommer kam die Schreckensnachricht: Eine Fachjury riet dem Senat, dem kleinen Theater mitten in der Altstadt von Köpenick ab 2026 keine Förderung mehr zu geben. Das hätte das Aus bedeuten können – oder zumindest einen harten Überlebenskampf.
Es folgten Proteste, Empörung und politische Machtspiele. Der Aufschrei war groß – von Kulturliebhabern bis zu fast allen Parteien im Bezirk hagelte es Kritik. Die CDU in Treptow-Köpenick wollte den Bezirk selbst in die Pflicht nehmen, doch die Zählgemeinschaft aus SPD, Grünen und Linken bremste: Der Bezirk müsse weiter Druck auf das Land Berlin machen.
300.000 Euro für die Zukunft des Schlossplatztheaters
Nun kommt offenbar die Wende. Wie die CDU-Fraktion in Treptow-Köpenick mitteilte, haben sich CDU und SPD im Abgeordnetenhaus nun auf einen Rettungsplan geeinigt: Jeweils 150.000 Euro für 2026 und 2027 sollen locker gemacht werden – insgesamt 300.000 Euro für die Zukunft des Schlossplatztheaters.
„Die Koalitionsfraktionen haben sich auf einen Änderungsantrag zum Haushalt geeinigt“, bestätigte CDU-Fraktionschef Dustin Hoffmann dem Berliner Kurier. Die Zustimmung im Abgeordnetenhaus steht zwar noch aus – doch die Zeichen stehen auf Grün für die Rettung des Theaters. Alle betonen die enorme Bedeutung des Hauses: Seit 1995 sorgt das Theater mit Kammeropern, modernem Musiktheater und Jugendprojekten für Bildung, Vielfalt und Teilhabe. Rund 60 bis 70 Vorstellungen jährlich – das ist kein Nischendasein, sondern Kultur für alle.
Im Kulturausschuss des Bezirks wurde dann vergangene Woche ein überparteiliches Statement verabschiedet und der Senat zur Rücknahme seiner Kürzungspläne aufgefordert. Kulturausschuss-Chefin Irina Vogt von der SPD machte klar: „Mit unserem Statement wollen wir Druck machen – der Senat muss handeln!“


