Was wohl nur große Fans über Tim Bendzko wissen: Der Erfolgsmusiker wurde kurz vor dem Mauerfall im Ostteil Berlins geboren, er war sogar mal Jugendfußballer beim 1. FC Union. Doch inzwischen hat er seiner Heimatstadt den Rücken gekehrt, lebt seit zehn Jahren in Brandenburg. Über die Gründe dafür spricht er jetzt offen wie nie.
Tim Bendzko kann sich in Berlin kein Haus leisten
Tim Bendzko ist ein Name, den die allermeisten Deutschen kennen. Doch trotz seines Erfolges überrascht er jetzt mit dieser Aussage:
„In Berlin kann ich mir kein Haus leisten und für eine Eigentumswohnung bin ich zu sehr Ossi – ich nehme keine lebenslangen Schulden auf“, erklärt er im Tagesspiegel-Interview auf die Frage, wieso er in Brandenburg wohnt.

Deswegen sei er zunächst nach Rüdersdorf gezogen, was zwar idyllisch, aber doch zu einsam gewesen sei. Inzwischen lebt er im Umland von Potsdam. „Es ist toll, hier meinen Sohn im Garten spielen zu sehen. Meine Kindheitserinnerungen drehen sich immer um den Garten“, schwärmt der 40-Jährige.
Bendzko kann das heutige Berlin nicht mehr leiden
Außerdem möge er die heutige Hauptstadt nicht mehr: „Das Berlin, in dem ich aufgewachsen bin, ist verschwunden. Ich bin in Köpenick groß geworden“, erklärt Bendzko. „Dort, wo ich jetzt wohne, im Umland von Potsdam, finde ich dieses Gefühl noch. Berlin ist mir längst zu laut, zu wild und zu voll.“

Was ihn außerdem stört: „Die Stadt wird immer mehr zum politischen Projekt und zu einem Spekulationsobjekt, es gibt viel Schein und wenig Sein.“ Viele Leute wie er würden sich darin nicht mehr wiederfinden.
Außerdem wagt Bendzko diese steile These: „Die Brandenburger berlinern mehr. Generell sind die Leute hier schroff und sehr direkt.“ Solchen Menschen würde er generell mit entwaffnender Freundlichkeit begegnen.
Bendzko hat keine ostdeutsche Identität
Die Frage nach einer ostdeutschen Identität kann Bendzko eindeutig verneinen: „In mir nicht. Wenn man weiter weg ist von Berlin, sieht man schon, dass die Gärten anders gestaltet sind.“ Da würden noch Gartenzwerge stehen und oft eine Deutschlandfahne hängen. „Da ist man, glaube ich, etwas stolzer auf sein Ostsein.“


