Berlin ist keine Insel der Glückseligen. Das zeigt der Verfassungsschutzbericht 2025. Dieser zeichnet ein deutliches Bild: Extremismus nimmt in der Hauptstadt zu – in nahezu allen Bereichen. Innensenatorin Iris Spranger spricht von einer „wachsenden Bedrohung unserer Demokratie“ und mahnt zu erhöhter Wachsamkeit.
Immer mehr junge Menschen geraten ins Visier von Extremisten
Besonders besorgniserregend: Immer mehr junge Menschen geraten ins Visier extremistischer Gruppen. Diese versuchten gezielt, Jugendliche früh zu radikalisieren und für verfassungsfeindliche Ideologien zu gewinnen.
Im Bereich Rechtsextremismus stieg das Personenpotenzial auf 1480. Grund dafür ist laut Bericht unter anderem eine neue, gewaltorientierte Jugendkultur im Netz, die zunehmend aggressiv auftritt. Parteien wie Der III. Weg oder Strukturen der Neuen Rechten prägen die Szene.
Auch der Linksextremismus bleibt ein Problem: 2025 kam es mehrfach zu Brandanschlägen, darunter ein folgenschwerer Angriff in Johannisthal, der Tausende Menschen von der Stromversorgung abschnitt. Hinter solchen Taten stehen oft konspirativ agierende Kleingruppen, ideologisch geprägt vom sogenannten Öko-Anarchismus. Das Personenpotenzial stieg hier auf 3950.

Der auslandsbezogene Extremismus wird weiterhin vor allem von israelfeindlichen und antisemitischen Akteuren bestimmt. Gruppen wie BDS Berlin oder Young Struggle verbreiten Propaganda und treten bei Veranstaltungen offen gegen das Existenzrecht Israels auf. Insgesamt umfasst dieser Bereich rund 1700 Personen.
Auch der Islamismus wächst: 2590 Personen werden diesem Spektrum zugerechnet, insbesondere durch die zunehmende Online-Radikalisierung. Terrororganisationen und Prediger erreichen über soziale Netzwerke immer gezielter junge Menschen.




