Immer wieder gibt es in Berlin Angriffe aus der linksextremen Szene – so kämpfte die Hauptstadt nach Brandanschlägen im September und im Januar mit gigantischen Stromausfällen, erst am Wochenende wurde mit neuen Attacken gedroht. Und jetzt geht es nicht nur gegen Strom, sondern auch gegen teuren Kaffee: Auf dem linken Portal Indymedia ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht, in dem es um Anschläge auf Filialen der Kaffeekette LAP geht.
Angriffe auf zwei Filialen von LAP
Am Wochenende hätten zwei Filialen der Kette „Besuch bekommen“, heißt es in dem Schreiben. „Die Filiale am Boxhagener Platz wurde mit Steinen und Farbe verschönert“, schreibt der unbekannte Autor. Die Filiale in der Gormannstraße sei mit Farbe umdekoriert worden, außerdem habe man die Botschaft „verpisst euch“ hinterlassen. Angedeutet wird, dass es nicht der letzte Angriff dieser Art gegen LAP sein könnte: „Diesmal hat die Scheibe einen Sprung, beim nächsten Mal wird sie komplett weg sein.“
Grund für die Angriffe laut Bekennerschreiben: Die Kaffee-Kette LAP wolle expandieren und so mächtig werden wie Starbucks. Für die Linksextremisten heißt es: „Minderwertiger Kaffee zu exorbitant hohen Preisen.“ Dabei werde LAP von Investoren unterstützt. „Der LAP Gründer relativiert alles und stellt LAP als sozialen Ort dar, der Arbeitsplätze schafft. Investoren wollen keine sozialen Orte. Investoren wollen Profit. Profit geht nicht mit guten Arbeitsbedingungen.“ Er basiere auf der „Ausbeutung von Mensch und Umwelt“.

Tatsächlich wird in den Filialen von LAP billiger Kaffee verkauft. Die Abkürzung LAP steht dabei für „Life Among People“ („Leben unter Menschen“). Gegründet wurde das Unternehmen 2023 von Ralph Hage und Tonalli Arreola. Die Inspiration für das Konzept sei aus Straßencafés unter anderem in Italien gekommen, wo günstiger Kaffee die Menschen zusammenbringen. In Berlin eröffneten in den vergangenen Monaten immer wieder neue Standorte.
Preise bei LAP sind niedriger als bei der Konkurrenz
Die Preise liegen deutlich unter denen der Konkurrenz – und das kommt an. Erschwinglich bleibt der Kaffee laut Berichten unter anderem, weil LAP auf Automaten setzt, also keine Personalkosten für ausgebildete Baristas ausgeben muss. Trotzdem sorgen die Kampfpreise auch für Kritik – und nun eben die Angriffe von links.
Das erklärte Ziel der Linksextremisten: Man wolle LAP aus der Stadt vertreiben. „LAP und seine Investoren haben hier nichts zu suchen.“ Es gehe gegen Profitgier und Ausbeutung, dafür „für eine wirklich lebenswerte Stadt, für Selbstverwaltung und gegen Kapitalismus“. Die Bekennerschreiben wurden vom Staatsschutz als authentisch beurteilt.


