Drei neue Gymnasien will der Bezirk ab 2028 bauen. Doch die Schulplatznot in Pankow wird das nicht lindern. Eine bezirksinterne Prognose zeigt, was im kinderreichen Bezirk Berlin-Pankow droht.
Mangel an Schulplätzen droht sich noch zu verschärfen
In Pankow droht sich der Mangel an Schulplätzen ab Klasse 7 weiter zu verschärfen. Schon jetzt sind die Anmeldungen für einen Platz auf Gymnasium oder ISS in Pankow nur mit Taktik und starken Nerven zu bewerkstelligen.
Wer sich in Berlin-Pankow an einem Gymnasium bewirbt, spielt Schulplatz-Lotto, bei dem selbst Einserschüler manchmal eine Niete ziehen.

Zu viele Kinder, zu wenige Schulplätze
In Pankows Klassen gibt es einfach zu wenige Plätze. Immer wieder wählen Familien daher von vornherein eine Schule in einem anderen Bezirk, etwa Reinickendorf oder Mitte. Andere werden auf weiter entfernte Schulen verteilt und müssen teils Fahrtwege von bis zu einer Stunde auf sich nehmen.
Wer nun gehofft hatte, dass demografischer Wandel und weniger Zuzug von Familien die Situation an Pankows Schulen mittelfristig verbessern würden, hat sich getäuscht.
Bis zum Jahr 2040 könnten insgesamt rund 4000 Plätze an Gymnasien und Integrierten Sekundarschulen (ISS) fehlen. Das geht aus der Schulentwicklungsplanung des Bezirksamts für 2026 hervor, über die der Tagesspiegel berichtet.
Drei neue Gymnasien sollen in Pankow entstehen – doch der Bedarf ist noch höher
Besonders problematisch sei demnach der Befund bei den Gymnasien: Rund 2130 Plätze fehlen im laufenden Schuljahr. Trotz geplanter Neubauprojekte wird das Defizit laut Prognose bis 2040 auf knapp 2318 steigen.
Die drei vorgesehenen Schulneugründungen von Gymnasien – am Sommerbad Pankow, an der Friedrich-Engels-Straße und der Grumbkowstraße – können frühestens ab 2028 stattfinden. Doch noch sind nicht alle Bebauungspläne, Grundstücksübertragungen und Finanzierungen final eingetütet.
Der Bezirk versucht, sich mit bescheidenen Mitteln dem Bedarf anzupassen. Doch bisher sind die Projekte eher nur Kosmetik: In der Hansastraße 180 soll statt einer Gemeinschaftsschule nun ein vierzügiges Gymnasium entstehen.
Bevölkerung in Pankow wächst durch Großsiedlungen
Die Bevölkerung in Pankow wachse durch Zuzug und den Bau neuer Wohnungen schneller, als die Planer Gymnasien bauen können, so der Bericht.
Und auch bei den ISS im Bezirk sieht es nicht besser aus: 1807 Plätze fehlen hier aktuell in Pankow.
Um steigende Bedarfe zu decken, sollen die Reinhold-Burger- und die Janusz-Korczak-Schule erweitert werden. In Weißensee soll der Schulstandort an der Falkenberger Straße reaktiviert werden. Neue ISS entstehen in Rosenthal, Karow und im neuen Stadtquartier Alte Schäferei.
2200 zusätzliche Plätze sollen so bereitgestellt werden. Doch bisher ist lediglich ein neuer Modulbau an der Heinz-Brandt-Schule in Weißensee gesichert.
Neue Schulen sind noch nicht finanziert
Finanziert sind all diese Neubauten vom Land Berlin bisher nicht. Die Planer des Bezirksamts sehen das Land in der Verantwortung, hohe Millionensummen bereitszustellen, um die Lücke zu schließen.
Das Ergebnis dieser Entwicklung: Das Bezirksamt Pankow nennt einen Bedarf an drei bis fünf neuen ISS – und mindestens vier neuen Gymnasien. Und hat damit laut der Prognose für 2040 mindestens sieben Oberschulen zu wenig.


