Seit 30 Jahren ist an einem maroden Bau aus den 1990er-Jahren keine grundlegende Sanierung erfolgt. Schülerinnen und Schüler des Max- Delbrück-Gymnasiums in Pankow müssen in einer Bruchbude ausharren. Längst wurde eine umfassende Sanierung der Häuser an der Kuckhoffstraße versprochen, doch nun ist der Beginn der Bauarbeiten wieder verschoben worden.
Schüler und Lehrer auf gepackten Koffern
Waschbären im Dach über dem Kunstraum, ein provisorischer Schutz über einem Eingang, weil Putzteile sich von der Fassade lösen, abgelebte Räume und Schüler und Lehrer, die schon seit Jahren auf gepackten Koffern sitzen. So ließe sich die Lage am Max-Delbrück- Gymnasium beschreiben.
Pankow hat generell einen hohen Sanierungsstau bei Schulen. Das Max‑Delbrück‑Gymnasium aber gehört zu den Einrichtungen, bei denen der Zustand besonders dringlich ist. Das 78-Millionen-Euro-Projekt der Sanierung war ursprünglich für das erste Quartal 2026 vorgesehen. Laut jüngstem Stand sind die Arbeiten jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.
Pleite des Generalunternehmers sorgt für Verzögerung
Als Grund für die Verschiebung führt Pankows Schulstadtrat Jörn Pasternak mehrere Faktoren an: „Maßgeblich war die Insolvenz des beauftragten Generalplaners. In der Folge müssen derzeit noch Leistungsfeststellungen sowie rechtliche Konsequenzen geklärt werden. Für eine Neuvergabe der Leistungen bedarf es zudem einer umfassenden Betrachtung des Projektstandes sowie einer angepassten Neuausschreibung, für die aktuell im Fachbereich Hochbau keine ausreichenden personellen Kapazitäten zur Verfügung stehen.“
Das klingt, als sei in dem Vorhaben richtig der Wurm drin. Kein Einzelfall: In Weißensee wird eine Grundschule seit nunmehr acht Jahren saniert.
Geplant war, gemäß dem Investitionsprogramm 2025–2029 die Gebäude umfassend grundinstandzusetzen. Auch der Neubau einer Sporthalle war vorgesehen. Der Bau aus den 1990er-Jahren sollte abgerissen werden. Für die Dauer der Bauzeit sollten Teile der Schülerschaft in die Drehscheibenschule in der Hermann-Hesse-Straße 22 umziehen. „Eine konkrete Aussage zum Beginn und zur Dauer ist derzeit noch nicht möglich“, so der Stadtrat.

Baumaßnahmen an Pankower Schulen
„Wegen der großen Anzahl an laufenden Baumaßnahmen ist derzeit der Beginn neuer Baumaßnahmen an Pankower Schulen nicht geplant“, heißt es weiter vom Schulstadtrat.
- Grundschule am Weißen See: Grundinstandsetzung und Ausbau – seit acht Jahren!
- Hasengrund-Schule: Sanierung/Ausbau Dachgeschoss einschl. Aufzug, Flucht- und Rettungswege, Erneuerung Haustechnik, Außenanlagen, Bereitstellung Container für Baufreiheit
- Elisabeth-Christinen-Grundschule: Ausbau Grundschule durch Generalsanierung und Anbau an das Bestandsgebäude sowie Sporthallensanierung und Neugestaltung Freiflächen
- Elizabeth-Shaw-Grundschule: Sanierung des Hauptgebäudes
- Tesla-Schule: Abbruch Schulgebäude, Errichtung MEB und Neubau einer Sporthalle sowie eines Ganztagsbereichs mit Lehrküche und Arbeitslehre, Außenanlagen und Sportaußenanlagen
- Grundschule am Wasserturm: Sanierung des Schulgebäudes, Errichtung Verbinderbau, Ergänzungsneubau, Neubau Sporthalle, Außenanlagen, Bereitstellung Container für Baufreiheit
- Gustave-Eiffel-Schule: Neubau Sporthalle/Mensa/Mehrzweck
- Reinhold-Burger-Oberschule: Neubau der Sporthalle, einschl. Außensportanlagen; Baustopp kurz vor Fertigstellung – die Arbeiten standen kurz vor dem Abschluss, doch die prognostizierten Kosten waren unerwartet auf 28 Millionen Euro gestiegen. Bewilligt waren nur 20,4 Millionen Euro, eine Lücke, die weder der Bezirk noch das Land kurzfristig schließen konnten.
- Rosa-Luxemburg-Gymnasium: Abbruch eines Schulgebäudes, Errichtung eines modularen Ergänzungsbaus (MEB) einschl. Außenanlagen sowie Neubau einer Sporthalle. Außerdem Erweiterung durch Sanierung des Bestandes und durch Anbau einschl. Neugestaltung Freiflächen. Die Bauarbeiten am historischen Ensemble der Kissingenstraße sollten eigentlich Anfang 2026 beginnen. Gesamtkosten von knapp 48 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, unter anderem soll dabei ein weiteres Schulgebäude entstehen. Doch auch diese Bauarbeiten sind erst einmal verschoben worden.
- Felix-Mendelsohn-Bartholdy-Gymnasium (Standort 2): Neubau einer Sporthalle
- Marianne-Buggenhagen-Schule: Sanierung und Umbau 2. Gebäude zur Erweiterung Förderzentrum „Körperliche Entwicklung“, Außenanlagen
- Felix-Mendelsohn-Bartholdy-Gymnasium (Standort 1): Grundinstandsetzung und standardgerechter Ausbau
- Gymnasium am Europasportpark: Grundinstandsetzung und Ausbau Gymnasium einschl. Außenanlagen, Sanierung Sporthalle, Abriss/Neubau Mensa, temporärer modularer Bau in der Margarete-Sommer-Straße 14


