An Pankows Schulen starten die Tage der offenen Tür und die Anmeldung zum Übergang in die 7. Klasse einer weiterführenden Schule rückt näher. Im kinderreichen und schularmen Bezirk Pankow sind die Plätze an Gymnasien und ISS besonders rar und begehrt. Eltern tun gut daran, sich umfassend über die Chance auf eine Aufnahme an der Wunschschule zu informieren, wenn sie nicht in andere Bezirke vermittelt werden wollen.
Anmeldung startet am 5. März
Der Anmeldezeitraum für den Übergang in die Jahrgangsstufe 7 an weiterführenden Schulen ist vom 5. bis 12. März 2026. In dieser Zeit melden die Eltern ihr Kind in der Erstwunschschule an. Sie können auch einen Zweit- und Drittwunsch angeben.
Ein Blick zurück ins vergangene Jahr zeigt, welche Schulen besonders beliebt waren. Ob es in diesem Jahr genauso ist, kann keiner vorhersagen. Das Dilemma: In Pankow sind bis auf wenige Ausnahmen alle Gymnasien und ISS übernachgefragt. Das heißt, es gibt überall mehr Anmeldungen als Plätze. Aber einer bestimmten Durchschnittsnote, dem NC, muss gelost werden. 30 Prozent der Plätze werden per Los vergeben.
So beliebt waren die Gymnasien in Pankow im letzten Jahr
In Prenzlauer Berg verzeichnete das Heinrich-Schliemann-Gymnasium mit 96 verfügbaren Plätzen insgesamt 208 Erstwünsche, was einer Auslastung von 217 Prozent entspricht. Hier bekam man selbst mit einem 1.0 Notendurchschitt nicht sicher einen Platz. Dieses Jahr kann es anders sein, weil Eltern wegen des Desasters im vergangenen Jahr auf andere Schulen ausweichen.
Ebenfalls stark nachgefragt ist traditionell das Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow: 64 Plätze standen dort zuletzt 102 Erstwünschen gegenüber. Auch das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Prenzlauer Berg war letzte Jahr übernachgefragt: Für 64 Plätze gab es 95 Erstwünsche.
In Weißensee kommt das Primo-Levi-Gymnasium auf 128 Plätze und 186 Erstwünsche, was einer Nachfrage-Quote von 145 Prozent entspricht. Das Max-Delbrück-Gymnasium in Niederschönhausen stellt 160 Plätze bereit und verzeichnet 200 Erstwünsche – eine Auslastung von 125 Prozent. Besonders gefragt ist auch das Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium in Prenzlauer Berg: 224 Plätze stehen dort 273 Erstwünschen gegenüber.

Etwas entspannter war die Lage am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Pankow, das 160 Plätze und 166 Erstwünsche meldete. In den Jahren zuvor war diese Schule hoffnungslos überfragt. Allein das Inge-Deutschkron-Gymnasium in Wilhelmsruh war letztes Jahr nicht übernachgefragt. Auf 160 Plätze kamen 138 Erstwünsche. Seit klar ist, dass das Gymnasium wohl noch eine Weile am Ersatzstandort in Wilhelmsruh bleiben wird, womoglich dauerhaft, dürfte sich hier die Nachfrage stabilisieren.
Am Robert-Havemann-Gymnasium in Karow schließlich stehen 224 Plätze zur Verfügung, es gab 175 Erstwünsche. Manko hier ist der weite Weg aus dem Zentrum Pankows.
Utopische Notendurchschnitte nötig
Die starke Nachfrage hat zur Folge, dass teilweise utopische Notendurchschnitte erforderlich sind, um sicher einen Platz zu erhalten. Schließlich hat man in Pankow defacto nur mit einem Treffer beim Erstwunsch die Chance auf einen selber ausgesuchten Schulplatz.
Bei den NCs liegen das Heinrich‑Schliemann‑Gymnasium mit 1.0 und das Carl‑von‑Ossietzky‑Gymnasium mit 1,1 vorne. Für das Felix‑Mendelssohn‑Bartholdy‑Gymnasium sowie das Primo‑Levi‑Gymnasium galt leztes Jahr jeweils ein NC von 1,2. Die Heinz‑Brandt‑Schule und das Max‑Delbrück‑Gymnasium haben beide einen NC von 1,4. An der Kurt‑Schwitters‑Schule liegt der Wert bei 1,6, an der Kurt‑Tucholsky‑Schule bei 1,8. Die Konrad‑Duden‑Schule, die Reinhold‑Burger‑Schule und die Hagenbeck‑Schule liegen jeweils bei einem NC von 2,4. Für die Janusz‑Korczak‑Schule gilt ein NC von 2,8.
Nur an wenigen ISS gab es keinen Notendurchschnitt, der nötig war um das Losverfahren zu umgehen: Das war an der Gustave‑Eiffel‑Schule, der Hufeland‑Schule sowie am Robert‑Havemann‑Gymnasium der Fall. Auch die Tesla‑Gemeinschaftsschule, die Wilhelm‑von‑Humboldt‑Gemeinschaftsschule (Filiale Rennbahnstraße) und das Gymnasium am Europasportpark (Inge‑Deutschkron‑Gymnasium) konnten alle Bewerber ohne Blick auf den NC aufnehmen.
So gefragt sind die ISS in Pankow
Bei den Integrierten Gesamtschulen in Pankow sieht es manchmal nicht besser aus als an Gymnasien: In Weißensee ist die Heinz-Brandt-Schule mit Abstand am stärksten überlaufen: 104 verfügbare Plätze stehen dort 315 Erstwünschen gegenüber – eine extreme Quote von 303 Prozent. Hier brauchte man einen Schnitt von 1,4, um sicher einen Platz zu bekommen. Ebenfalls deutlich übernachgefragt ist die Kurt-Tucholsky-Schule in Pankow, die 156 Plätze bietet, aber 226 Erstwünsche erhielt. Hier war ein Schnitt von 1,8 nötig. Die Kurt-Schwitters-Schule im Prenzlauer Berg kam mit ebenfalls 156 Plätzen auf 213 Erstwünsche, ein Schnitt von 1,6 war gefragt, um sicher einen Platz zu bekommen.
Die Konrad-Duden-Schule in Niederschönhausen meldet 156 Plätze und 188 Erstwünsche. In Weißensee erreicht die Hagenbeck-Schule mit 104 Plätzen und 148 Erstwünschen eine Quote von 142 Prozent. Die Reinhold-Burger-Schule in Pankow liegt mit 104 Plätzen und 139 Erstwünschen bei 134 Prozent. Etwas moderater fällt die Nachfrage an der Janusz-Korczak-Schule aus, die 104 Plätze und 111 Erstwünsche verzeichnet.
Sehr stark überzeichnet ist die Wilhelm-von-Humboldt-Schule im Prenzlauer Berg: 54 Plätze stehen 109 Erstwünschen gegenüber. Deutlich entspannter ist die Lage an der Tesla-Schule, ebenfalls im Prenzlauer Berg, die 89 Plätze und 70 Erstwünsche meldete. Noch weniger Nachfrage gibt es an der Hufeland-Schule in Buch, die 156 Plätze bereitstellt, aber nur 67 Erstwünsche erhielt. Am niedrigsten liegt die Quote an der Gustave-Eiffel-Schule im Prenzlauer Berg: 130 Plätze stehen lediglich 38 Erstwünschen gegenüber.
Übergang zur fünften Klasse
Um den Stress beim Übergang in der siebten KLasse zu vermeiden, melden viele Eltern ihne Kinder bereits in der vierten Klasse für Leistungs- und Begabtenklassen an den Gymnasien an. Die Anmeldung für alle Klassen ab Jahrgangsstufe 5 startet am 10. Februar. Am 12. März wird die Entscheidung zum Erstwunsch vom bezirklichen Schulamt verschickt. In Berlin haben in diesem Jahr mehr Schulen fünfte Klassen an grundständigen Gymnasien eingerichtet. Von 72 stieg die Zahl auf 78 Klassen.
Die neuen Kapazitäten wurden jetzt überwiegend an Gymnasien geschaffen, die schon zuvor fünfte Klassen hatten. Nur ein Gymnasium kam ganz neu hinzu, das Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium in Siemensstadt im Bezirk Spandau.
Das Pankower Rosa-Luxemburg-Gymnasium darf jetzt vier statt wie bisher drei Schnelllernerklassen aufmachen. Das Otto-Nagel-Gymnasium (Biesdorf) expandiert von zwei auf drei Schnelllernerklassen. Das Pankower Carl-von-Ossietzky-Gymnasium (bilingual Französisch), das Lichtenberger Immanuel-Kant-Gymnasium (mathematisch-naturwissenschaftlich) sowie das Spandauer Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (naturwissenschaftlich) erweitern von einer auf zwei Klassen.
Anders als beim Übergang zur siebenten KLasse wählt man bei den Fünftklässlern in drei Runden. Wenn der Eerstwunsch nicht klappt, erhält man eine Liste mit freien Plätzen für den Zweit- und Drittwunsch. Dieses Verfahren sei bei den vergleichweise niedrigen Aneldezahlen in der fünften Klasse umzusetzen, bei den Siebtklässlern nicht, so die Bildungsverwaltung.


