KitKat und Insomnia betroffen

Berliner Fetischclubs wurden die Social-Media-Accounts gesperrt

Meta hat die Instagram-Accounts von KitKat und Insomnia gelöscht. Ein Club ist zurück, der andere kämpft weiter – mit harten Folgen für das Geschäft.

Author - Mariella Mandurino
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Die Instagram-Profile der Fetischclubs KitKat und Insomnia wurden gesperrt.
Die Instagram-Profile der Fetischclubs KitKat und Insomnia wurden gesperrt.Illustration: Berliner KURIER

Ist das schon Zensur oder einfach nur Vorsicht durch einen Algorithmus? Meta hat die Instagram-Accounts der Berliner Fetischclubs KitKat und Insomnia gesperrt. Die Clubbesitzer sind entrüstet und gehen dagegen vor.

Fetischclubs gehen gegen Meta vor

Wer gerne freizügig, ausgelassen und mit abgeklebter Kamera in Berlin feiern gehen will, ist in den Fetischclubs gut aufgehoben. Auf Instagram kann man das KitKat und das Insomnia gerade aber nicht mehr finden. Wie rbb24 berichtet, wurden die Profile vom US-Social-Media-Konzern Meta gesperrt.

Ein Einblick ins KitKat von 2008. Der Club ist dafür bekannt, dass man nur freizügig reinkommt.
Ein Einblick ins KitKat von 2008. Der Club ist dafür bekannt, dass man nur freizügig reinkommt.Imago

Ein Sprecher vom KitKat zu rbb24: „Unser Instagram-Account mit 220.000 Followern wurde am 24. März ohne Vorwarnung oder Begründung vom Netz genommen.“ Und das, obwohl das Profil ein verifizierter Account war, was am blauen Haken zu erkennen ist und von Meta gecheckt wurde.

Weiter heißt es: „Wir wissen [...] zur Stunde nicht, warum diese Maßnahme gegen uns vollzogen wurde, da wir stets bemüht waren, die strengen Meta-Standards einzuhalten. Wir haben die sofortige Wiederherstellung beantragt.“ Mit Erfolg, denn seit dem heutigen Mittwoch ist der Club wieder auf Instagram zu finden.

Schlechter läuft es für das Insomnia. Zum einen ist das Profil des sexpositiven Clubs noch immer gesperrt und zum anderen bringt das auch einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden mit sich. Erst wurde das erste Profil mit 25.000 Followern gesperrt, dann folgte das zweite mit 12.000 Followern.

„Das ist knallharte amerikanische Zensur“, wettert Clubchefin Dominique (Künstlername). „Wir haben eine sehr strikte Bilder-Policy – FSK 12. Das bedeutet, dass alles bedeckt ist. Es gibt keine freien Brüste zu sehen oder sonst irgendwelche Genitalien. [...] Es sind einfach Menschen in knappen Outfits, die Spaß haben, die tanzen, die lustig in die Kamera lächeln“, erklärt sie den bisherigen Instagram-Auftritt ihres Unternehmens.

Dominique ist die Chefin des Insomnia-Clubs.
Dominique ist die Chefin des Insomnia-Clubs.Imago

Über Social Media preisen Party-Clubs ihre Events an und organisieren darüber teilweise auch den Ticketverkauf. Für das Insomnia fällt das nun weg und der Club nimmt dadurch wirtschaftlichen Schaden an. Zudem habe das Insomnia viel Arbeit in das Profil gesteckt und aufwendige Postings gestaltet. Auch das wurde durch Meta genommen.

Sperrung der Accounts könnte willkürlich gewesen sein

Der Berliner Medienanwalt Jan Mönikes erklärt gegenüber rbb24, große Social-Media-Plattformen arbeiteten nach eigenen Regeln („Policies“), die rechtlich den AGB entsprächen, denen Nutzer bei der Anmeldung zustimmten. Diese seien zwar mit EU-Recht vereinbar, entsprächen aber nicht vollständig dem deutschen Recht. Deshalb könnten Plattformen Inhalte auch dann sperren, wenn sie nach deutschem Recht erlaubt wären.

Warum genau Meta die Accounts gelöscht habe, sei unklar. Sollten sich Clubs wie das KitKat und Insomnia an die Vorgaben gehalten haben, wirke die Sperrung laut Mönikes eher willkürlich.

Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, dagegen vorzugehen: Da Meta einen Sitz in Europa habe, könne man auch nach deutschem Recht gegen eine rechtswidrige Sperre vorgehen, sofern die Voraussetzungen erfüllt seien.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com