Die Vorwürfe, die Collien Fernandes (44) ihrem Ex-Mann Christian Ulmen (50) macht, wiegen schwer. Er soll jahrelang Fake-Accounts in ihrem Namen betrieben und darüber gefälschte Nacktbilder sowie KI-generierte Sexvideos von ihr verbreitet haben. Die alles entscheidenden Fragen werden erst vor Gericht geklärt werden können. Das muss die Öffentlichkeit jetzt wissen.
1. Frage: Wo ist Collien Fernandes gerade?
Ihre Vorwürfe haben Deutschland aufgewühlt, doch Collien Fernandes selbst befindet sich gerade im Ausland. Dort dreht sie seit wenigen Tagen das „Traumschiff“, wo sie seit fünf Jahren die Schiffsärztin Dr. Jessica Delgado mimt. Mit dem Liebesdampfer ging es nach Vietnam auf die tropische Insel Phú Quốc. Von dem Dreh am Land veröffentlichte Collien auf Instagram Videos und Fotos – und zeigt sich dort ansonsten recht entspannt.
2. Frage: War das das erste Mal, dass Christian Ulmen so etwas getan hat?
Jahrelang soll Christian Ulmen gefälschte Fotos und Videos seiner damaligen Ehefrau Collien Fernandes verbreitet haben. Die Vorwürfe stellen so manch Vergangenes in ein neues Licht. So startete Christian Ulmen zum Beispiel 2013 auf Tele 5 die satirische Reality-Spielshow „Who wants to fuck my girlfriend“ (dt. „Wer will meine Freundin f....“) – zwei Jahre nach der Hochzeit von Fernandes und Ulmen.
Zwei Kandidaten ließen darin jeweils eine ihnen nahestehende Frau gegeneinander antreten, die dann unterschiedliche Spiele absolvieren mussten. Der Sieger erhielt einen goldenen Kranz mit der Aufschrift „Everybody wants to fuck my Girlfriend“. Harmloser Spaß oder verstörendes Geständnis?
3. Frage: Warum hat Collien Fernandes die Klage in Spanien eingereicht?
Obwohl Collien Fernandes und Christian Ulmen deutsche Promis sind, hat Collien die Klage gegen ihren Ex-Mann in Spanien eingereicht, wo er auch vor Gericht landen wird. Das ist kein Zufall. Die Ehepartner haben zuletzt auf Mallorca zusammen gewohnt, daher ist auch dort das Verbrechen passiert.
Dazu kommt, dass Collien Christian Ulmen „virtuelle Vergewaltigung“ vorwirft. Das ist ein Strafbestand, den es im deutschen Strafrecht so nicht gibt. Hierzulande könnte ihm höchstens Identitätsdiebstahl vorgeworfen werden. In Spanien aber sieht die Lage anders aus.
4. Frage: Welche Strafe droht Christian Ulmen?
Zuerst einmal muss geprüft werden, ob es zu einer Anklage kommt. Ob Christian Ulmen letztlich angeklagt wird, bleibt abzuwarten, meint Rechtsanwältin Kristin Fieberg, Expertin für spanisches Recht, gegenüber RTL. Laut dem zuständigen Gericht geht es in dem Fall um Identitätsanmaßung, Weitergabe persönlicher Informationen, Beleidigung, Misshandlung im persönlichen Umfeld und Drohungen. Ob alle Anschuldigungen Bestand haben, hängt von den Beweisen ab.

Identitätsanmaßung könnte in Spanien mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe bestraft werden, schwere Drohungen mit bis zu fünf Jahren. Beleidigungen ziehen meist Geldstrafen nach sich. Das ist die Einschätzung von Fieberg. „In der Praxis kommt es häufig zu einer Kombination aus Geldstrafe, gegebenenfalls Freiheitsstrafe zur Bewährung und Schutzmaßnahmen wie Kontaktverbote“, erläutert sie. Mehrjährige Haftstrafen seien nur bei schwerwiegender und beweisbarer Gesamtsituation wahrscheinlich. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
5. Frage: Wie will das deutsche Recht sich in Zukunft mit Deepfakes beschäftigen?
Der Fall von Collien Fernandes und Christian Ulmen hat Gesprächen wieder Rückenwind gegeben, die schon länger geführt werden. Denn die Technik ist dem deutschen Recht momentan noch weit voraus, Richter können ohne Gesetzestext den Vorwurf von „Deepfakes“ nicht hart bestrafen.




