Die Kinder und Lehrkräfte der Grundschule am Weißen See müssen sich erneut auf eine längere Geduldsprobe einstellen. Der anvisierte Wiedereröffnungstermin der Grundschule in den Osterferien 2026 ist geplatzt, wie das Bezirksamt Pankow am Montag bestätigte.
Das historische Schulgebäude in der Amalienstraße ist bereits seit 2018 geschlossen und wird seitdem saniert – ein Projekt mit Nervfaktor hoch zehn. Der Termin zur Fertigstellung wurde bereits sechs Mal verschoben.
Auslöser für die jüngste Verzögerung ist der ungewöhnlich harte Winter. Im Januar und Februar herrschten wochenlang Minusgrade, wodurch Wasserschäden im Treppenhaus nicht beseitigt werden konnten.
Laut Bezirksamt seien die notwendigen Arbeiten „erst bei wärmeren Temperaturen von durchgehend mindestens fünf Grad Celsius möglich“ gewesen.
Zusätzlich muss ein undichtes Dach zwischen Schulhaus und Sporthalle repariert werden. Fachleute prüfen außerdem, ob Feuchtigkeit bereits ins Mauerwerk eingedrungen ist. Das Bezirksamt stellt klar, dass diese Arbeiten zwingend vor dem regulären Schulbetrieb erledigt werden müssen: „Die Sicherheit geht hier im Sinne der Schulgemeinschaft vor.“
Kosten explodieren – nun bei 36,7 Millionen Euro
Nicht nur der Zeitplan, auch das Budget für die Sanierung der Schule ist aus dem Ruder gelaufen. Zuletzt fehlten dem Bezirk Pankow rund 13,74 Millionen Euro, die nach Abstimmung mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen nun gedeckt sind. Insgesamt summieren sich die Sanierungskosten für die Schule am Weißen See inzwischen auf 36,7 Millionen Euro.
Für die Schulgemeinschaft wird die Situation immer belastender. Das Ausweichquartier, in dem die Klassen seit Jahren untergebracht sind, gilt ebenfalls als marode. Schülerinnen und Schüler hatten bereits öffentlich protestiert und eine schnelle Rückkehr in ihr eigentliches Schulgebäude gefordert.
Neuer Termin? Weiter unklar
Einen festen Wiedereinzugstermin nennt das Bezirksamt weiterhin nicht. Man wolle die Rückkehr „so schnell wie möglich“ ermöglichen – notfalls auch während des laufenden Schuljahres und noch vor den Sommerferien. Dafür sollen weitere Gespräche mit der Schulgemeinschaft stattfinden, „um zu klären, ob und wie ein Umzug nach den Osterferien während der laufenden Schulzeit organisiert werden kann“.


