Auf der Bühne feierte er jahrzehntelang Hits, jetzt warnt er an einem Ort des Grauens. Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen, betonte beim 81. Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau‑Dora die sprachlichen Warnzeichen eines möglichen demokratischen Zusammenbruchs.
Zwangsarbeit bis zum Tod
Im KZ Mittelbau-Dora mussten Zehntausende Häftlinge während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Als das Lager am 11. April 1945 befreit wurde, wurden kaum Überlebende gefunden.

Mit rund 40 Außenlagern steht das KZ in der Harz-Region laut Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora exemplarisch für die Geschichte der KZ-Zwangsarbeit.
Mahnung zu demokratischer Wachsamkeit
„Mit Worten geht es los, die Worte finden in Talkshows statt und mittlerweile auch in Parlamenten“, sagt Krumbiegel, der bereits für sein Eintreten für Demokratie, Menschenrechte und Antifaschismus bekannt ist.
Er betont, wie wichtig es sei, „jeglichem Antisemitismus entgegenzutreten“ – „sowohl dem von rechts als auch von links und von religiös-muslimischer Seite“. Dabei warnte er auch vor Grauzonen in politischen Debatten: Der Korridor zwischen konservativen und reaktionären Haltungen sei oft sehr schmal.
DDR-Kindheit prägte ihn
Der Musiker wuchs in der DDR auf. Anfang der 1990er‑Jahre wurde er als Frontmann der Band „Die Prinzen“ bekannt, die zu den ersten gesamtdeutschen Popstars gehörten. Songs wie „Millionär“, „Gabi und Klaus“ oder „Küssen verboten“ machten ihn bundesweit populär.


