Für die Demokratie

Prinzen-Sänger Krumbiegel zu KZ-Gedenken: „Mit Worten geht es los“

81 Jahre nach der Lagerbefreiung fordert Krumbiegel Wachsamkeit gegen Antisemitismus.

Author - Paula Hitzemann
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Der Musiker und Autor engagiert sich regelmäßig bei politischen Veranstaltungen für Demokratie.
Der Musiker und Autor engagiert sich regelmäßig bei politischen Veranstaltungen für Demokratie.Martin Schutt

Auf der Bühne feierte er jahrzehntelang Hits, jetzt warnt er an einem Ort des Grauens. Sebastian Krumbiegel, Sänger der Prinzen, betonte beim 81. Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Mittelbau‑Dora die sprachlichen Warnzeichen eines möglichen demokratischen Zusammenbruchs.

Zwangsarbeit bis zum Tod

Im KZ Mittelbau-Dora mussten Zehntausende Häftlinge während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. Als das Lager am 11. April 1945 befreit wurde, wurden kaum Überlebende gefunden.

Etwa 60.000 Häftlinge wurden von August 1943 bis März 1945 in die Mittelbau-Lager verschleppt. Etwa 12.000 Tote wurden offiziell in den SS-Akten vermerkt.
Etwa 60.000 Häftlinge wurden von August 1943 bis März 1945 in die Mittelbau-Lager verschleppt. Etwa 12.000 Tote wurden offiziell in den SS-Akten vermerkt.JENS SCHLUTER

Mit rund 40 Außenlagern steht das KZ in der Harz-Region laut Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora exemplarisch für die Geschichte der KZ-Zwangsarbeit.

Mahnung zu demokratischer Wachsamkeit

„Mit Worten geht es los, die Worte finden in Talkshows statt und mittlerweile auch in Parlamenten“, sagt Krumbiegel, der bereits für sein Eintreten für Demokratie, Menschenrechte und Antifaschismus bekannt ist.

Er betont, wie wichtig es sei, „jeglichem Antisemitismus entgegenzutreten“ – „sowohl dem von rechts als auch von links und von religiös-muslimischer Seite“. Dabei warnte er auch vor Grauzonen in politischen Debatten: Der Korridor zwischen konservativen und reaktionären Haltungen sei oft sehr schmal.

DDR-Kindheit prägte ihn

Der Musiker wuchs in der DDR auf. Anfang der 1990er‑Jahre wurde er als Frontmann der Band „Die Prinzen“ bekannt, die zu den ersten gesamtdeutschen Popstars gehörten. Songs wie „Millionär“, „Gabi und Klaus“ oder „Küssen verboten“ machten ihn bundesweit populär.

2003 wurde Krumbiegel von Neonazis überfallen und bedroht – ein Erlebnis, das seine Haltung nachhaltig geprägt hat. Auch seine DDR‑Kindheit und die Umbrüche der Wendezeit spielen bis heute eine zentrale Rolle in seinem öffentlichen Auftreten und seinem künstlerischen Selbstverständnis.

Am Gedenkort sandte Krumbiegel eine klare Botschaft:
Demokratien bröckeln nicht plötzlich. Sie werden zuerst sprachlich angegriffen.

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