Der große Überblick

Hier werden die 5000 Flüchtlinge aus Tegel in Berlin untergebracht

Anfang des Jahres hat Berlin die Notunterkunft am Flughafen Tegel geschlossen. Die Flüchtlingszahlen fallen, neue Plätze entstehen. Wo Geflüchtete jetzt leben.

Author - Stefan Henseke
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In dem ehemaligen Hotel an der Landsberger Allee in Lichtenberg sind mehr als 1000 Flüchtlinge untergebracht.
In dem ehemaligen Hotel an der Landsberger Allee in Lichtenberg sind mehr als 1000 Flüchtlinge untergebracht.Benjamin Pritzkuleit

In knapp vier Jahren wurden hier rund 100.000 Flüchtlinge betreut: Ende des Jahres schloss die Not-Unterkunft im Flughafen Tegel, einstmals die größte Flüchtlingsunterkunft Deutschlands. Wo die Geflüchteten jetzt in der Hauptstadt untergebracht werden, wo neue Unterkünfte gebaut werden:

Zahl der Flüchtlinge hat sich fast halbiert

„Tegel entwickelte sich zu einem Symbol für schnelle Hilfe, Solidarität und eine einzigartige Zusammenarbeit der Berliner Hilfsorganisationen“, erklärten zur Schließung der Unterkunft Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst. Bis zu 5500 Flüchtlinge lebten gleichzeitig in den provisorischen Leichtbauhallen. Sowohl ukrainische Flüchtlinge als auch Asylbewerber.

Zum Schluss waren es immer weniger. Die Zahl der Flüchtlinge, die in Berlin ankommen, sinkt. Bis zum Dezember wurden nur noch 5970 Asylbewerber in der Hauptstadt registriert – knapp die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr (10.749 Personen). Die Hauptherkunftsländer sind Vietnam, Moldau, Afghanistan, die Türkei und Syrien.

Hasenheide: Flüchtlingsunterkunft öffnet im Sommer

Immer noch hoch ist die Zahl der Ukrainer, die im Ankunftszentrum ankommen. Hier sank die Zahl im vergangenen Jahr nur von 10.408 auf 8947 (im Vergleich zu 2024).

CDU und SPD haben deshalb im November beschlossen, den geplanten Bau von weiteren Containerdörfern für Flüchtlinge zu stoppen. Fertiggestellt wird lediglich noch der Umbau des Bürogebäudes an der Hasenheide in Berlin-Neukölln.

„Da rechnen wir mit dem dritten Quartal 2026 mit einer Eröffnung, das hängt noch von den Baufortschritten und der dann folgenden Vergabe für einen Betreiber ab“, teilt Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), dem KURIER mit. Bis zu 1000 Unterkunftsplätze sind hier geplant.

Berlin: Die fünf größten Flüchtlingsunterkünfte

Das Ende von Tegel ist aber nicht das Ende von Großunterkünften. Die größte sind die Hangars 1 bis 3 (Columbiadamm 10) auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof. In dieser Notunterkunft sind 1347 Personen untergebracht, in benachbarten Containern (Columbiadamm 84) noch mal 789 Geflüchtete.

In den Containern am Columbiadamm 84 leben 789 Geflüchtete.
In den Containern am Columbiadamm 84 leben 789 Geflüchtete.Sebastian Gollnow/dpa

Größte Flüchtlingsunterkunft im Osten der Stadt ist das ehemalige City Hotel Berlin East in der Landberger Allee (Lichtenberg). 1116 Menschen sind hier einquartiert, zu zwei Dritteln Ukrainer. In der Freiheit 11 (Spandau) wohnen 1073 Flüchtlinge, in der Storkower Straße (Pankow), in den ehemaligen Verwaltungsgebäuden, sind es 835.

Flughafen Tempelhof: 3 Quadratmeter pro Person

In dem ehemaligen Hotel in der Landsberger Allee wurden die Doppelbetten herausgeräumt und durch Doppelstockbetten ersetzt, in der Freiheit in Spandau gibt es Zimmer für zwei bis acht Personen. Gesetzlich vorgeschrieben sind 15 Quadratmeter für zwei Personen.

Ausnahme Notunterkunft: „Da gelten diese Vorgaben nicht“, sagt LAF-Sprecher Sascha Langenbach. Bei den Containern am Flughafen Tempelhof seien es nur rund 3 Quadratmeter pro Person.

Mit Stand vom 5. Januar waren in den regulären Unterkünften des LAF 32.931 Plätze belegt, 801 waren noch frei. In Hotels und Hostels waren 3300 belegt und 393 verfügbar. In den Notunterkünften am Flughafen Tempelhof (Hangar 1 bis 3, Container) waren noch 158 Plätze frei.