In knapp vier Jahren wurden hier rund 100.000 Flüchtlinge betreut: Ende des Jahres schloss die Not-Unterkunft im Flughafen Tegel, einstmals die größte Flüchtlingsunterkunft Deutschlands. Wo die Geflüchteten jetzt in der Hauptstadt untergebracht werden, wo neue Unterkünfte gebaut werden:
Zahl der Flüchtlinge hat sich fast halbiert
„Tegel entwickelte sich zu einem Symbol für schnelle Hilfe, Solidarität und eine einzigartige Zusammenarbeit der Berliner Hilfsorganisationen“, erklärten zur Schließung der Unterkunft Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser Hilfsdienst. Bis zu 5500 Flüchtlinge lebten gleichzeitig in den provisorischen Leichtbauhallen. Sowohl ukrainische Flüchtlinge als auch Asylbewerber.
Zum Schluss waren es immer weniger. Die Zahl der Flüchtlinge, die in Berlin ankommen, sinkt. Bis zum Dezember wurden nur noch 5970 Asylbewerber in der Hauptstadt registriert – knapp die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr (10.749 Personen). Die Hauptherkunftsländer sind Vietnam, Moldau, Afghanistan, die Türkei und Syrien.
Hasenheide: Flüchtlingsunterkunft öffnet im Sommer
Immer noch hoch ist die Zahl der Ukrainer, die im Ankunftszentrum ankommen. Hier sank die Zahl im vergangenen Jahr nur von 10.408 auf 8947 (im Vergleich zu 2024).
CDU und SPD haben deshalb im November beschlossen, den geplanten Bau von weiteren Containerdörfern für Flüchtlinge zu stoppen. Fertiggestellt wird lediglich noch der Umbau des Bürogebäudes an der Hasenheide in Berlin-Neukölln.
„Da rechnen wir mit dem dritten Quartal 2026 mit einer Eröffnung, das hängt noch von den Baufortschritten und der dann folgenden Vergabe für einen Betreiber ab“, teilt Sascha Langenbach, Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), dem KURIER mit. Bis zu 1000 Unterkunftsplätze sind hier geplant.
Berlin: Die fünf größten Flüchtlingsunterkünfte
Das Ende von Tegel ist aber nicht das Ende von Großunterkünften. Die größte sind die Hangars 1 bis 3 (Columbiadamm 10) auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof. In dieser Notunterkunft sind 1347 Personen untergebracht, in benachbarten Containern (Columbiadamm 84) noch mal 789 Geflüchtete.

Größte Flüchtlingsunterkunft im Osten der Stadt ist das ehemalige City Hotel Berlin East in der Landberger Allee (Lichtenberg). 1116 Menschen sind hier einquartiert, zu zwei Dritteln Ukrainer. In der Freiheit 11 (Spandau) wohnen 1073 Flüchtlinge, in der Storkower Straße (Pankow), in den ehemaligen Verwaltungsgebäuden, sind es 835.



