Handtuch weg, rein ins Wasser: Für viele Berliner gehört das nahtlose Bräunen einfach zum Sommer dazu. Vor allem viele Ostberliner wünschen sich genau diese unbeschwerte Nacktheit zurück. Doch heute ist sie längst nicht mehr überall möglich und oft auf bestimmte Orte beschränkt. Der KURIER empfiehlt euch die besten Sommer-Spots für FKK-Liebhaber.
FKK in der DDR: Freiheit auf der Haut
FKK entwickelte sich in der DDR ab den späten 1960er Jahren zu einem Massenphänomen. An der Ostsee wurden große Strandabschnitte offiziell zum Nacktsein freigegeben, aber das reichte nicht aus. Immer mehr Menschen wollten nackt baden, sodass sich die FKK-Bereiche ausdehnten und zunehmend mit Textilstränden vermischten.

Da es kaum offizielle FKK-Anlagen gab, wurde auch an Seen und inoffiziellen Badestellen nackt gebadet. Trotz anfänglicher Verbote konnte sich FKK langfristig durchsetzen und wurde in den 1980er Jahren sogar staatlich akzeptiert und gefördert.
Bei der FKK-Liebe ging es nicht um Provokation, sondern um ein Stück Identität und gelebte Freiheit. Am Strand legten die Menschen nicht nur Kleidung ab, sondern auch Hierarchien: ein Ort ohne Politik, ohne Druck, einfach ein Stück Freiheit. FKK wurde so zu einer Art Urlaub vom Regelwerk des Alltags und für die breite Öffentlichkeit zu einer staatlich anerkannten Kultur. Die DDR nutzte diesen Ruf, um zu zeigen, wie emanzipiert, fortschrittlich und liberal sie war.
FKK heute: eher die Ausnahme
Dieses Gefühl von Gleichheit und Unbeschwertheit prägt bis heute das Verhältnis vieler Ostdeutscher zur Nacktheit. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wurde die FKK wieder an den Rand der Öffentlichkeit zurückgedrängt und gemischte Badezonen oder FKK-Bereiche sind zur Ausnahme geworden.

Nacktheit und nacktes Sonnen oder Baden sind in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. Es gibt kein Gesetz, das vorschreibt, dass wir in der Öffentlichkeit Klamotten tragen müssen. Trotzdem gibt es Regeln: Denn ob Nacktheit erlaubt ist, hängt stark vom Ort und Kontext ab.
Was ist erlaubt – und was nicht?
Ob in Freibädern nackt gebadet werden darf, regelt die jeweilige Haus- und Badeordnung. Für Berliner Bäder gilt grundsätzlich: Badebekleidung ist Pflicht, vollständiges Nacktbaden ist nicht allgemein erlaubt, sondern nur in ausgewiesenen Zonen wie auf bestimmten Liegewiesen oder in Außenbereichen von Saunas.

Problematisch wird Nacktheit dann, wenn ein Verbot ausgesprochen ist oder wenn sich andere gestört fühlen. Fühlt sich jemand belästigt, greift das Ordnungswidrigkeitengesetz „Belästigung der Allgemeinheit“ und kann mit Bußgeldern und Platzverweisen bestraft werden. Sexuelle Motive gelten als Erregung öffentlichen Ärgernisses und damit als Straftat.
Tipps für FKK-Liebhaber
Trotz der Einschränkungen hat Berlin seinen Ruf als FKK‑Hochburg nicht verloren. Zwar gibt es weniger gemischte Badezonen als früher, doch an vielen Orten wird weiterhin nackt gebadet.
- das Strandbad Wannsee
- das Strandbad Plötzensee
- das Strandbad Plötzensee
- der Verein für Körperkultur Berlin-Südwest (VfK)
- das Strandbad Lübars
- das Strandbad Grünau
- der Saunabereich der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE)

- der Teufelssee
- der Müggelsee
- die Krumme Lanke
- der Flughafensee
- der „Bullenwinkel“ am Grunewaldsee
Wichtig: An diesen Orten gilt immer ein Foto-, Starr- und Erotikverbot sowie das Halten an ggf. vorgegebenen Zonengrenzen.


