Das kommende Wochenende wird wieder warm – und weckt sicherlich bei dem einen oder anderen Berliner die Grilllust. Der Grillplatz Neuer Hain im Volkspark Friedrichshain gehört zu den größten öffentlichen Grillplätzen der Hauptstadt und dürfte auch in den nächsten Tagen wieder stark frequentiert sein.
1. Mai und Pfingstwochenende sorgen für Ärger
Aber: Die Lage dort scheint mittlerweile außer Kontrolle zu geraten. Das war bereits am 1. Mai so und zuletzt am langen Pfingstwochenende. Es geht um Lärm, Müll, Wildpinkeln und Rauch. Anwohner haben daher einen Brandbrief verfasst, der an Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann (Grüne) gerichtet ist.
Dort heißt es unter anderem: „Wir bitten Sie, die Grillfläche im Volkspark Friedrichshain zu schließen und die frei werdenden Gelder in sinnvolle Projekte zu investieren. Offensichtlich braucht es Möglichkeiten der „niederschwelligen kulturellen Teilhabe“ – jedoch nicht zulasten aller anderen.“
Weiter: „Eine Grünfläche kann kein Ersatz für kulturelle Einrichtungen, mit Emissions- und Immissions- und Brandschutz sein, wie sie in den vergangenen Jahren zunehmend verloren gegangen sind. Das ist keine zielführende Politik, das ist keine Lösung.“

Vor einem Jahr hatten bereits über 8000 genervte Berliner eine Petition unterschrieben, die eine „respektvolle Nutzung“ forderte – ohne Erfolg.
Am Mittwochabend gab es in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg einen Einwohnerantrag dazu. Marita Fabeck (CDU) berichtet: „Eine Anwohnerin hat gefragt, welche Möglichkeiten sie denn hätte. Frau Gerold, die Stadträtin (Die Grüne-Politikerin Annika Gerold ist Bezirksstadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung und Umwelt - d. Red.), hat aber klargemacht: ‚Wenn wir das verbieten würden, würde das Grillen trotzdem stattfinden.‘ Für mich ist das eine Kapitulationserklärung, dass man es einfach nicht im Griff hat.“
Der KURIER bat Donnerstag Bürgermeisterin Clara Herrmann um eine Stellungnahme. Die Anfrage blieb jedoch unbeantwortet.

Noch einmal Fabeck: „So wie es läuft, läuft es komplett aus dem Ruder. Pfingsten war eine Katastrophe. Wir haben schon geahnt, dass es sehr schlimm werden wird. Und es bewahrheitet sich jetzt.“
Was sie meint: Ein CDU-Antrag für schärfere Kontrollen im Park wurde von Grünen, SPD und Linken bereits Ende 2025 abgelehnt.
Grillpark entwickelt sich zum Open-Air-Gelände
Fabeck: „Das größte Problem ist die enorme Menschenmenge. Der Park hat sich stellenweise zu einer Art Open-Air-Festivalgelände entwickelt, auf dem jeder macht, was er möchte. Besucher bringen ihre eigenen Biergarnituren mit, bauen Zelte auf – die Nutzung hat ein teils übermäßiges Ausmaß erreicht.“
Die Politikerin weiter: „Hinzu kommt eine starke Rauchbelastung; zeitweise zieht eine regelrechte Rauchwolke durch den Park. Über das Pfingstwochenende haben wir dazu zahlreiche Videos erhalten – die Zustände sind kaum vorstellbar. Für die Anwohner, insbesondere entlang der Danziger Straße, bedeutet das eine erhebliche Lärmbelastung. Teilweise ist an Schlaf kaum noch zu denken."




