Drei Tage mit viel Regen

Drei Tage Donner und Hagel: Jung erklärt die gefährliche Wetter-Wende

Drei Tage schwere Gewitter, es wird wieder kühler: Wo es laut Meteorologe Dominik Jung besonders gefährlich wird – das Wochenend-Wetter im Überblick.

Author - Stefan Henseke
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Dunkle Wolken, die schwere Gewitter mitbringen: Meteorologe Dominik Jung von wetter.net schwere Unwetter bis zum Sonntag an.
Dunkle Wolken, die schwere Gewitter mitbringen: Meteorologe Dominik Jung von wetter.net schwere Unwetter bis zum Sonntag an.wetter.net/youtube

Nach dem Hochsommerwetter erwischt Deutschland jetzt eine gefährliche Wetter-Wende. In den Micky-Maus-Comics würde es heißen: Knall, zisch, boom! Statt Sonne satt rollen schwere Gewitter, Blitze und Donner über das Land. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net warnt vor einer „dreitägigen Gewitterlage“. Vor krassem Unwetterpotenzial. Besonders gefährlich: Die Gewitter bewegen sich nur schleichend langsam. Dadurch drohen lokal sogar Sturzfluten.

Ab Freitag: Drei Tag lang Unwetter, Blitz und Donner

In der kommenden Nacht zeigt sich das Wetter noch ziemlich entspannt. Teilweise ist der Himmel sternenklar, vor allem nach Süden hin. Die Temperaturen gehen auf 6 (Thüringen) bis 14 Grad (Südwesten) zurück. Vor allen Dingen im Norden ist das viel frischer als das, was wir in den letzten Tagen gewohnt waren.

Doch langsam schleicht sich ein Tief aus Richtung der Britischen Inseln heran und verjagt das Hoch Boris, das am Freitag noch über Deutschland liegen wird. Denn schon am Freitag beginnt die Lage dramatisch zu kippen. Zwar zeigt sich das Wetter zunächst noch freundlich und sommerlich, doch das ändert sich sehr, sehr schnell. „Es beginnt rasch zu brodeln“, so Jung.

Vor allem von der Nordsee bis nach Nordrhein-Westfalen und in den Norden von Rheinland-Pfalz ziehen ab dem Nachmittag erste kräftige Gewitter auf. Der Schwerpunkt liegt laut Dominik Jung in NRW. Dort drohen „Gewitter mit Starkregenpotential, mit Hagel und auch mit stürmischen Böen.“

Die größte Gefahr: Die Unwetter bleiben stellenweise fast stehen. „Das Problem ist, die Wolken ziehen nur sehr langsam weiter. Das heißt: Starkregen immer wieder am gleichen Ort“, warnt Jung. „Da kann es auch mal über 50 Liter pro Quadratmeter, regional bis zu 100 Liter geben.“ Lokalen Überflutungen sind nicht auszuschließen.

Wochenendwetter: Hagel, Sturzfluten und Tornadogefahr

Dabei wird es zuvor noch einmal hochsommerlich heiß. Bis zu 32 Grad werden am Freitag in Rheinland-Pfalz erwartet. Berlin und Brandenburg kommen noch mal glimpflich davon: 27 Grad, viel Sonne, kein Regen.

Am Samstag verschärft sich die Wetterlage weiter. Besonders im Westen und Südwesten Deutschlands drohen erneut schwere Gewitter. „Gewitter hängen in NRW, im Saarland und im Norden von Rheinland-Pfalz fest“, sagt Jung.

Dann kann es richtig heftig werden. Diminik Jung wird zum Unwetter-propheten: „Mit Hagel von bis 3 bis 4 Zentimeter Korngröße. Mit Sturmböen. Selbst die Bildung von Tornados ist punktuell nicht ganz ausgeschlossen.“ Auch am Samstag bleibt die Gefahr von Überschwemmungen bestehen. „Auch diese Gewitter bewegen sich nur ganz langsam vorwärts. Und es droht wieder Sturzflutgefahr.“

Blitze eines Gewitters leuchten über der Landschaft mit einer Windenergieanlage. Ab Freitagnachmittag ziehen schwere Unwetter übers Land.
Blitze eines Gewitters leuchten über der Landschaft mit einer Windenergieanlage. Ab Freitagnachmittag ziehen schwere Unwetter übers Land.Patrick Pleul/dpa

Trotzdem wird im Südwesten noch einmal extreme Hitze mit bis zu 34 Grad erreicht, zum Teil sehr drückend. Doch die schwüle Luft liefert den Gewittern zusätzliche Energie. Der Osten dagegen kühlt schon ab. Es werden  zwischen 20 Grad an der Ostsee und 25 Grad in Berlin und Brandenburg erwartet.

Und auch am Sonntag beruhigt sich die Lage nicht. 20 bis 27 Grad, im Südwesten knapp 30 – doch ab Mittag rollen die nächsten Gewitter an. Diesmal trifft es ein breites Band von NRW über Hessen und Rheinland-Pfalz bis nach Bayern. Gewitter, die sich dann von Westen und Südwesten bis in den Osten ausbreiten.

Drei Gewittertage, drei Unwettertage am Stück – das kann regional sehr brisant werden“, warnt Jung.

Sommeranfang mit neuer Kühle

Der Frühling endet mit einem Donnergrollen, am Montag beginnt der meteorologische Sommer – aber freundlich wird der Sommeranfang nicht. Es werden 21 bis maximal 25 Grad erreicht, es gibt mal Wolken, mal Sonnenschein. Vor allen Dingen im Osten verhageln einzelne Regenschauer und Gewitter die Stimmung.

Dienstag und Mittwoch bleiben wechselhaft. Noch kühler, noch nasser. Nur in Berlin und Brandenburg könnte es zum Ende der Woche wieder etwas wärmer werden – mit bis zu 26 Grad.

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