Titschern

Steinewerfen in Kreuzberg jetzt legal - aber nur an einer Stelle!

Stone Skimming, auch Titschern genannt, wird jetzt im Sommerbad Kreuzberg als Vereinssport trainiert.

Author - Sharone Treskow
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Sebastian Naumann, Abteilungsleiter Titschern beim THC Franziskaner FC, wirft an einem Trainingstag einen Stein in das 75 Meter lange Nichtschwimmerbecken im Sommerbad Kreuzberg.
Sebastian Naumann, Abteilungsleiter Titschern beim THC Franziskaner FC, wirft an einem Trainingstag einen Stein in das 75 Meter lange Nichtschwimmerbecken im Sommerbad Kreuzberg.Christophe Gateau/dpa

Was früher bei einem Badeausflug einfach dazugehört hat, wird jetzt organisiert trainiert: Steinchen übers Wasser springen lassen. Beim sogenannten Stone Skimming, in Berlin besser als „Titschern“ bekannt, geht es darum, einen flachen Stein so zu werfen, dass er möglichst oft auf der Wasseroberfläche aufsetzt – und damit eine große Strecke zurücklegt.

Stone Skimming in Berlin boomt – Training im Sommerbad Kreuzberg

Gewusst? Was nach Freizeitspaß klingt, ist längst Vereinssport. Trainiert wird neuerdings im Sommerbad Kreuzberg. Dort stellen die Berliner Bäder-Betriebe (BBB) dem Verein THC Franziskaner FC nach Ende des Badebetriebs ein Schwimmbecken zur Verfügung.

Steine werfen wird jetzt im Sommerbad Kreuzberg trainiert.
Steine werfen wird jetzt im Sommerbad Kreuzberg trainiert.Christophe Gateau/dpa

Zunächst sind im Rahmen eines Pilotprojekts fünf Trainingseinheiten im Mai und Juni geplant. Geworfen wird ausschließlich am Abend, wenn keine Badegäste mehr im Wasser sind. Damit es im Bad keine Schäden gibt, werden empfindliche Bereiche vorab sorgfältig mit Matten geschützt. So wird aus dem Becken eine sichere Trainingsfläche für die ungewöhnliche Disziplin.

Berliner bringt Titschern aus Kindheit an die Spree

Hinter dem Trend steckt Sebastian Naumann, Leiter der Titscher-Abteilung des Vereins. Seine Begeisterung begann schon sehr früh: An der Ostsee sei er „quasi mit dem Stein in der Hand aufgewachsen“, erzählt er.

Die Idee, daraus mehr zu machen, kam später ganz spontan: „Da könnte man eigentlich einen Wettkampf draus machen.“ Recherchen zeigten ihm, dass der Sport international längst etabliert ist. In Schottland gibt es sogar eine Weltmeisterschaft, auch in anderen Ländern treten Titschern-Fans gegeneinander an.

Die richtigen Steine entscheiden – Spaß steht im Vordergrund

Beim Titschern zählt nicht nur die Technik, sondern auch das Material. Laut Naumann müssen die Steine möglichst flach sein, gut in der Hand liegen und dürfen keine scharfen Kanten haben. Nur so können sie optimal über das Wasser springen.

So müssen perfekte Titscher-Steine aussehen.
So müssen perfekte Titscher-Steine aussehen.Christophe Gateau/dpa

Trotz aller Ambitionen bleibt der Spaß für viele im Mittelpunkt. „Steine sammeln finden wir alle ganz schön, glaube ich“, sagt Naumann. Der Sport wird eher mit einem Augenzwinkern gesehen – entscheidend ist die gemeinsame Zeit am Wasser.

Ob ernsthafter Wettkampf oder lockerer Feierabend: In Berlin hebt das Titschern jetzt ab – und bringt ein Stück Kindheit zurück ins Schwimmbecken.

Titschern Sie gerne? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.