Eine tote Frau und 29 Verletzte gehen auf das Konto des mutmaßlichen CSD-Attentäters Abdul Ballout (21). Die Menschen sind noch immer geschockt. Einen islamistischen Anschlag auf den CSD in der deutschen Hauptstadt hätte kaum einer für möglich gehalten. Dabei hatten Berliner Ermittler und Politiker bereits vor mehr als zwei Jahren vor einem „neuen Bedrohungspotenzial für die öffentliche Sicherheit“ gewarnt – im Zusammenhang mit kriminellen arabischen Clans.
Nach Tod des CSD-Attentäters: Wie geht es weiter?
Der mutmaßliche Attentäter ist tot. Als Spezialkräfte den Terrorverdächtigen am Sonntagabend in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau festnehmen wollten, fielen Schüsse. Abdul Ballout, vor 21 Jahren in Berlin geboren, starb noch am Einsatzort.
Mit dem Tod des jungen Mannes, der libanesische Wurzeln hatte, ist der Fall noch längst nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Jetzt müssten die Ermittlungen erst richtig losgehen.
Dabei dürften die Ermittler vor allem ihr Augenmerk auf die Wohnadresse des mutmaßlichen Attentäters unweit des Potsdamer Platzes richten. Dort entdeckten Reporter ein kleines Detail: Auf dem Klingelschild war Ballouts Name nur per Klebestreifen ergänzt worden. Es soll dort noch ein ganz anderer Name stehen – der einer bundesweit bekannten arabischen Großfamilie.
Verfassungsschutz warnte vor gefährlicher Allianz
Ein Zufall? Nun müssen nicht alle Menschen kriminell sein, die diesen Namen tragen. Fakt ist: Es gibt Personen mit diesem Namen, die Ermittler dem Clan-Milieu zurechnen. Sie stehen im Verdacht, ideologisch, finanziell oder logistisch mit der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon verknüpft zu sein.
Ob es Zusammenhänge zwischen arabischen Clans und Islamisten wie dem mutmaßlichen CSD-Attentäter Abdul Ballout gibt? Diese Frage sollte man prüfen. Denn bereits Ende 2023 warnte der Berliner Verfassungsschutz vor einer gefährlichen Allianz zwischen kriminellen Clans und Islamisten.

Innenstaatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) packte damals vor dem Verfassungsschutzausschuss aus: Es gebe „punktuelle Verbindungen“ zwischen der salafistischen Szene und kriminellen Clans – Sympathiebekundungen im Netz, gemeinsame Moscheebesuche, sogar logistische Schützenhilfe sollen dazugehören.
Als Ursache nannte Hochgrebe, dass zwei demokratie- und rechtsstaatsfeindliche Gruppen ihre Aktivitäten und Mittel bündeln könnten – begründet in der gemeinsamen Ablehnung von Demokratie und Rechtsstaat sowohl durch die salafistische Szene als auch durch die Clankriminalität.


