Die größte Veranstaltung der queeren Community in Berlin ist gestartet: Am Samstag wird in Mitte mit einer Parade der alljährliche CSD gefeiert. Unzählige Menschen kamen, um entlang der Strecke zu feiern und auf großen Partywagen durch Berlin zu rollen. Einer davon sorgte am Bahnhof Rummelsburg für ordentlich Chaos, denn er riss die Oberleitung der Tram herunter.
CSD-Parade rollt seit dem Mittag durch Berlin
Beim Christopher Street Day in Berlin ist am Samstagmittag die große Demonstration gestartet. Der Umzug mit rund 80 Wagen setzte sich an der Leipziger Straße in Bewegung und soll unter anderem über den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz zur Siegessäule ziehen. Von dort geht es dann weiter zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor, wo am Abend unter anderem Sängerin Sarah Connor auftreten soll. Die Organisatoren erwarteten Hunderttausende Menschen.

Der CSD soll der größte in ganz Europa werden
Nach Angaben der Veranstalter soll es erneut einer der größten CSDs in ganz Europa werden. Das Motto lautet „Haltung ist hot“. Mit dem Christopher Street Day wird an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus. Auch heute steht die Szene wieder unter enormem Druck, warnten die Veranstalter im Vorfeld. Bestehende Rechte würden teils wieder rückabgewickelt und auch die Hasskriminalität steige an, so Thomas Hoffmann vom CSD-Vorstand.
Berlins Regierender Kai Wegner sagte am Rand der Veranstaltung: „Gerade in diesen Zeiten, wo es auch um Hass und Hetze, Ausgrenzung, Spaltung der Gesellschaft geht, setzt der CSD immer ein klares Signal.“. Es sei wichtig, Haltung zu zeigen. Der CSD sei wichtig für Berlin und er auch gerne dort. Der Senat ist erstmals mit eigenem Wagen dabei.
Allerdings sorgte einer der Festwagen auch für Chaos in Rummelsburg: Das 4,50 Meter hohe Gefährt wollte am S-Bahnhof Rummelsburg an der Hauptstraße, Ecke Karlshorster Straße entlangfahren – und beachtete dabei nicht, dass die Oberleitung der Straßenbahn nur auf einer Höhe von 3,80 Metern hängt. Der Truck beschädigte die Oberleitung. In der Folge gab es Sperrungen. KURIER-Reporter vor Ort berichteten von Staus rund um die Stelle, so kam man vom Ostkreuz etwa nicht mehr in Richtung Köpenick.


