Bunte Party in Berlin

CSD gestartet! Parade rollt durch Berlin, Truck sorgt für Chaos in Rummelsburg

Der Berliner CSD hat begonnen. Während Hunderttausende feiern, sorgt ein zu hoher Festwagen in Rummelsburg für Verkehrschaos.

Author - Florian Thalmann
Teilen
Menschen demonstrieren mit einer Regenbogenflaggge unter dem Motto „Haltung ist hot“ beim Christopher Street Day.
Menschen demonstrieren mit einer Regenbogenflaggge unter dem Motto „Haltung ist hot“ beim Christopher Street Day.Fabian Sommer/dpa

Die größte Veranstaltung der queeren Community in Berlin ist gestartet: Am Samstag wird in Mitte mit einer Parade der alljährliche CSD gefeiert. Unzählige Menschen kamen, um entlang der Strecke zu feiern und auf großen Partywagen durch Berlin zu rollen. Einer davon sorgte am Bahnhof Rummelsburg für ordentlich Chaos, denn er riss die Oberleitung der Tram herunter.

CSD-Parade rollt seit dem Mittag durch Berlin

Beim Christopher Street Day in Berlin ist am Samstagmittag die große Demonstration gestartet. Der Umzug mit rund 80 Wagen setzte sich an der Leipziger Straße in Bewegung und soll unter anderem über den Potsdamer Platz und den Nollendorfplatz zur Siegessäule ziehen. Von dort geht es dann weiter zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor, wo am Abend unter anderem Sängerin Sarah Connor auftreten soll. Die Organisatoren erwarteten Hunderttausende Menschen.

Zum CSD kamen auch in diesem Jahr wieder viele bunt kostümierte Menschen, um auf die Rechte queerer Menschen aufmerksam zu machen.
Zum CSD kamen auch in diesem Jahr wieder viele bunt kostümierte Menschen, um auf die Rechte queerer Menschen aufmerksam zu machen.Fabian Sommer/dpa

Der CSD soll der größte in ganz Europa werden

Nach Angaben der Veranstalter soll es erneut einer der größten CSDs in ganz Europa werden. Das Motto lautet „Haltung ist hot“. Mit dem Christopher Street Day wird an Ereignisse im Jahr 1969 in New York erinnert: Polizisten stürmten damals die Bar „Stonewall Inn“ in der Christopher Street und lösten einen mehrtägigen Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen aus. Auch heute steht die Szene wieder unter enormem Druck, warnten die Veranstalter im Vorfeld. Bestehende Rechte würden teils wieder rückabgewickelt und auch die Hasskriminalität steige an, so Thomas Hoffmann vom CSD-Vorstand.

Berlins Regierender Kai Wegner sagte am Rand der Veranstaltung: „Gerade in diesen Zeiten, wo es auch um Hass und Hetze, Ausgrenzung, Spaltung der Gesellschaft geht, setzt der CSD immer ein klares Signal.“. Es sei wichtig, Haltung zu zeigen. Der CSD sei wichtig für Berlin und er auch gerne dort. Der Senat ist erstmals mit eigenem Wagen dabei.

Allerdings sorgte einer der Festwagen auch für Chaos in Rummelsburg: Das 4,50 Meter hohe Gefährt wollte am S-Bahnhof Rummelsburg an der Hauptstraße, Ecke Karlshorster Straße entlangfahren – und beachtete dabei nicht, dass die Oberleitung der  Straßenbahn nur auf einer Höhe von 3,80 Metern hängt. Der Truck beschädigte die Oberleitung. In der Folge gab es Sperrungen. KURIER-Reporter vor Ort berichteten von Staus rund um die Stelle, so kam man vom Ostkreuz etwa nicht mehr in Richtung Köpenick.

In Rummelsburg beschädigte ein CSD-Truck die Oberleitung der Straßenbahn. Es kam zu Sperrungen.
In Rummelsburg beschädigte ein CSD-Truck die Oberleitung der Straßenbahn. Es kam zu Sperrungen.Sebastian Karkos/Berliner KURIER

Rechte Gruppe mit verbotenem Gegenstand erwischt

Zu Zwischenfällen kam es laut aktueller Informationen bisher nicht. Am Bahnhof Potsdamer Platz überprüfte die Berliner Polizei am Mittag nach eigenen Angaben „15 Personen einer mutmaßlich rechten Gruppierung“. Eine der Personen habe einen „verbotenen Gegenstand“ mit sich geführt, erklärte die Polizei ohne weitere Details. Ob die Gruppierung gegen den CSD demonstrieren wollte, ist nicht bekannt.

Polizeisprecher Florian Nath sagte, bisher schaue er entspannt auf die Lage. Im Verhältnis zu den mehreren Hunderttausend Besuchern, die zum CSD erwartet würden, sei die Überprüfung der Gruppe marginal gewesen. Die Polizei will heute stadtweit mit rund 2.200 Kräften im Einsatz sein, um den CSD und andere Veranstaltungen abzusichern.