Für echtes Strandfeeling muss man als Berliner nicht an die Ostsee fahren. Mitten in der Stadt, im Ortsteil Alt-Hohenschönhausen, liegt ein Strandbad, das seinem Namen alle Ehre macht: der Orankesee. 300 Meter Sandstrand, Strandkörbe, eine Wasserrutsche – und das Ganze nur 15 Minuten vom Alexanderplatz entfernt.
Der Orankesee bietet das volle Urlaubserlebnis
Das Herzstück ist der rund 300 Meter lange Sandstrand, dazu großzügige Liegewiesen und Strandkörbe zum Tagesmieten. Für Kinder gibt es einen separaten, flach abfallenden Nichtschwimmerbereich – ideal für Familien. Die 52 Meter lange Wasserrutsche ist die Attraktion schlechthin, für die ganz Kleinen gibt es zusätzlich eine kleinere Rutsche.
Wer aktiv sein will, findet Beachvolleyballfelder und Tischtennisplatten, dazu einen Spielplatz und einen Imbiss für den Hunger zwischendurch. Ein Rettungsschwimmer ist während der Öffnungszeiten vor Ort. Gebadet werden darf allerdings nur im ausgewiesenen Strandbadbereich, nicht frei im See.

Echer Ostsee-Sand im Orankebad?
Immer wieder wird erzählt, dass der Sand am Orankesee-Strand echter Ostsee-Sand sei. Zur Eröffnung des Bades 1929 extra aus Ahlbeck herangekarrt. Klingt toll, war aber wohl nur ein gelungener Marketing-Gag. Tatsächlich wurde für den rund 300 Meter langen Strand Bausand verwendet, der beim Bau der Peter-Behrens-Gebäude am Alexanderplatz anfiel. Eine der bekanntesten Berliner Bausstellen in den 1920er-Jahren.
Bereits am Eröffnungs-Tag 12.000 Besucher
Das Strandbad geht auf den Weißenseer Theaterdirektor Wilhelm Heiden-Heinrich zurück, der 1929 nicht nur den Strand anlegen ließ, sondern gleich auch das benachbarte Brauereigasthaus von 1892 zu einem neuen Wirtshaus umbaute. Der Zuspruch war sofort riesig: Schon am 23. Juli 1929, kurz nach der Eröffnung, zählte man 12.000 Besucher an einem einzigen Sonntag.
1944 wurde das Bad bei Bombenangriffen komplett zerstört, danach machte die sowjetische Militäradministration das Gelände zum Sperrgebiet. Erst 1957 ging es nach einer Sanierung wieder an den Start – finanziert unter anderem über die „Berliner Bärenlotterie" und mit Hilfe von Volkspolizisten und FDJlern. Seitdem ist der Orankesee bei den Berlinern im Osten der Stadt ein Dauerbrenner.
Auch im Winter hat der See seine Fans: Traditionell wird hier Winterbaden praktiziert, für alle, die auch bei Kälte nicht aufs Schwimmen verzichten wollen.
