Berlin droht ein Wasserproblem und das könnte viele Menschen direkt betreffen. Denn ein Großteil des Trinkwassers in der Hauptstadt stammt aus der Spree. Genau dieser Fluss könnte in den kommenden Jahren deutlich weniger Wasser führen. Davor warnt die Initiative „Save our Spree“ und schlägt jetzt öffentlich Alarm.
Gewusst? So wichtig ist die Spree für die Berliner
Mit dem Kohleausstieg in den kommenden Jahren steht ein entscheidender Umbruch bevor: Bislang wird die Spree künstlich mit abgepumptem Grundwasser aus Tagebauen gespeist. Diese zusätzliche Wassermenge fällt künftig weg.
Gleichzeitig sollen die riesigen Tagebaugruben mit Spreewasser geflutet werden – ein Großteil davon verdunstet später. Die Folge könnte ein drastischer Wasserverlust sein. Experten gehen davon aus, dass die Spree künftig deutlich weniger Wasser führen könnte, vor allem in trockenen Sommern.

Forscher rechnen sogar damit, dass die Spree in heißen Sommermonaten teilweise austrocknet. Weniger Wasser hätte auch Auswirkungen auf die Wasserqualität. Dabei ist die Abhängigkeit enorm: Berlin bezieht fast zwei Drittel seines Trinkwassers direkt oder indirekt aus der Spree.
Wassermangel bedroht Berlin: Spree verliert an Bedeutung
Während Privathaushalte zum Sparen aufgerufen werden, sehen Kritiker ein anderes Problem: Große Industriebetriebe verbrauchen weiterhin enorme Mengen Wasser und belasten zusätzlich die Qualität. Genau hier setzen die Aktivisten der Initiative an.
„Wir leben an der Spree. Einfach gesagt: Wir trinken aus der Spree. Wenn ich höre, dass die Spree in Zukunft zeitweise austrocknen könnte, macht mir das Sorgen. Aber wir glauben an Veränderung. Es ist Zeit, auf die Spree-Problematik aufmerksam zu machen!“, sagt Caro Weber, Sprecherin der Initiative.

Um mehr Aufmerksamkeit zu schaffen, laden die Aktivisten am Samstag (13. Juni), zu einem großen Aktionstag in den Treptower Park ein. Ziel: Druck auf Politik und Wirtschaft erhöhen und gleichzeitig Lösungen diskutieren.
Initiative fordert mehr Schutz für Spree und Trinkwasser
Die Initiative „Save our Spree“ verfolgt klare Forderungen. Dazu gehört der Schutz der Spree als Ökosystem, Trinkwasserquelle und Badeort. Außerdem setzen sich die Aktivisten für Wassergerechtigkeit und eine stärkere demokratische Kontrolle über die Ressource Wasser ein.

Langfristig gehe es darum, die Spree als Lebensgrundlage zu sichern – trotz Klimakrise, wachsendem Verbrauch und industrieller Nutzung. „Die Spree ist Trinkwasserquelle, Ökosystem und Badeort. Sie gehört allen und muss als Lebensgrundlage für Mensch und Natur geschützt werden. Dafür braucht es mehr Gegenmacht gegenüber Politik und Konzernen und eine starke Zusammenarbeit aller, die sich für den Fluss engagieren“, betont Caro Weber.
Ob sich die düsteren Prognosen bewahrheiten, ist noch offen. Klar ist aber schon jetzt: Das Thema Wasser wird Berlin in den kommenden Jahren stärker beschäftigen als je zuvor.



