Berlin schwimmt im Dreck, buchstäblich. Wer sich die Spree oder die Havel schon einmal näher angesehen hat, weiß: Hier treibt immer jede Menge Plastikmüll an der Wasseroberfläche herum. Die Reinigung gestaltet sich hier natürlich etwas schwieriger als auf der Straße – wobei auch dort noch genug Abfall rumfliegt. An der Berliner Wasserfront kommt nun eine Idee aus Kopenhagen ins Spiel. Dabei sollen sogar unsere Touris mit anpacken.
Müll aus der Spree fischen gegen Bezahlung
„Wer würde denn freiwillig die Spree säubern?“, fragen sich jetzt bestimmt einige. Die Antwort lautet: gute Menschen – und motivierte Menschen. Denn mit einer ausstehenden Belohnung hat man doch direkt mehr Lust, Plastiktüten aus dem dreckigen Hauptstadtfluss zu angeln. Das ist der Ansatz hinter BerlinPay, eine Weiterentwicklung des Konzepts CopenPay, das in Kopenhagen bereits Erfolge feiert.
Das Projekt wird am heutigen Mittwoch von Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Visit Berlin vorgestellt. „Wir machen verantwortungsvolles Handeln sichtbar und belohnen es“, heißt es auf der Website.

„Wer sich am und auf dem Wasser bewusst verhält – etwa Müll sammelt, den Kiez verschönert oder soziale Projekte unterstützt – erhält bei teilnehmenden Partnern eine Anerkennung: kleine Vorteile oder besondere Berlin-Erlebnisse“, erklären die Verantwortlichen hinter BerlinPay. Neben Berlinerinnen und Berlinern seien auch Touristen herzlich dazu eingeladen, im Tausch für Geschenke und Gutscheine Müll zu sammeln. Konkrete Infos dazu folgen noch.
Wer macht in Berlin sonst die Spree sauber?
Irgendwie ist es schon etwas peinlich, dass eine Weltmetropole Touristen darum bitten muss, ihre Gewässer zu säubern. Wer ist denn eigentlich dafür verantwortlich? Das wäre wohl die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU): Sie ist im Auftrag des Landes Berlin für die Sauberkeit der Gewässer zuständig. Sie setzt Schiffe und Spezialfahrzeuge ein, um Müll aus Flüssen, Seen und Kanälen zu entfernen.


