Kaum ein Tag vergeht in Berlin, ohne dass die „BAO Ferrum“ der Berliner Polizei Schlagzeilen macht. Die Besondere Aufbauorganisation (BAO) ist tags und besonders nachts in Berlin unterwegs, um gegen gewalttätige Gruppen und Schusswaffenkriminalität vorzugehen. Bei mehreren Razzien wurden die Beamten in der vergangenen Nacht wieder mal fündig. Sogar eine MPi wurde gefunden – eine neue Eskalation im Berliner Bandenkrieg?
Beamte der „BAO Ferrum“ beschlagnahmen MPi
Ferrum ist das lateinische Wort für Eisen – und auch ein Synonym für Waffen. In den vergangenen Wochen gab es in Berlin vermehrt Schießereien. Es geht dabei um knallharte Revierkämpfe im Drogenhandel und um Schutzgeldforderungen.
Am Mittwochabend kontrollierten Einsatzkräfte drei Lokalitäten in der Wollankstraße in Gesundbrunnen. Gegen 21.30 Uhr. Ein Großeinsatz der Polizei: Die 16. und 22. Einsatzhundertschaften überprüften die Personalien von rund 40 Personen.
Nicht nur das. Die Beamten beschlagnahmten mehrere scharfe Schusswaffen. Drei dieser Waffen sollen Männern zuzuordnen sein, die sich in den Restaurants aufhielten, berichtet unser Reporter vor Ort.
In einem Mercedes vor einem der Lokale wurde sogar eine scharfe Uzi (Maschinenpistole aus Israel) gefunden. Der Mercedes wurde anschließend abgeschleppt und sichergestellt. Die „BAO Ferrum“ des LKA 4 hat auch hier die Ermittlungen übernommen.
In Berlin tobt ein bewaffneter Bandenkrieg
Seit November 2026 ist die „Ferrum“-Einheit im Einsatz. Mit mehreren Hundert Einsatzkräften. Gleich in der ersten Woche wurden 70 Strafermittlungs- und circa 130 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet, Messer, Schusswaffen, Schlagstöcke und Reizstoffsprühgeräte beschlagnahmt.

In Berlin tobt ein Bandenkrieg. „Wir sehen, dass sowohl qualitativ als auch quantitativ eine neue Bedrohungslage entstanden ist. Wir sehen inzwischen rivalisierende Banden, die auf Berlins Straßen sichtbar Gewalt einsetzen, sei es durch Handgranatenwürfe in Lokale, sei es durch Schüsse auf Menschen und Fahrzeuge oder auch Gebäude“, sagte Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) vor einer Woche.
Für Badenberg ist klar: Wenn Berlin die Gewalt eindämmen will, müssen rechtliche Schlupflöcher geschlossen werden. Erst dann können Polizei und Staatsanwaltschaft die Strukturen der Banden nachhaltig zerschlagen, und nicht nur deren Fußsoldaten.
Vier Schießereien in zehn Tagen
In den letzten Wochen meldete die Polizei regelmäßig Schüsse und Schießereien – allein seit dem 11. Februar viermal.
16. Februar 2026: Ein 19-Jähriger wird in Schöneberg angeschossen. Laut Polizeimeldung trat ein maskierter Mann gegen 3 Uhr nachts aus einem Gebüsch, lief auf zwei junge Männer zu und schoss einem von ihnen ins Bein. Der Angeschossene wurde am Bein verletzt.
12. Februar 2026: Gegen 19 Uhr gab ein Unbekannter vom Gehweg aus mehrere Schüsse auf einen 37-Jährigen ab, der sich in einem Auto in der Buddestraße (Reinickendorf) befand. Der 37-Jährige wurde lebensbedrohlich verletzt.

12. Februar 2026: Ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Ritterstraße (Kreuzberg) hörte gegen 2 Uhr mehrere Schüsse und alarmierte die Polizei. Die eingetroffenen Einsatzkräfte stellten daraufhin mehrere Einschusslöcher in den Fenstern einer Wohnung des Hauses fest.




