99 Cent für einen Espresso – so billig war Kaffee in Berlin lange nicht mehr. Mit diesem Kampfpreis mischt die chinesische Kette Cotti Coffee seit kurzem die Hauptstadt auf. In Berlin-Mitte an der Friedrichstraße hat das Unternehmen im Januar eine der ersten Filialen eröffnet.
Kaffee für 99 Cent – nur mit App und ohne Komfort
Während viele Berliner für Cappuccino und Latte inzwischen drei bis fünf Euro zahlen, wirbt Cotti mit Preisen ab 99 Cent – ein Niveau, mit dem viele kleine Kiezcafés wirtschaftlich kaum mithalten können. Möglich wird das vor allem durch ein digitales Konzept. Bestellt wird meist per App, Sitzplätze gibt es kaum, Personal und Fläche werden auf ein Minimum reduziert. Wer mitmacht, spart. Wer nicht, zahlt mehr.
Damit ist Cotti sogar noch günstiger als der Konkurrent LAP Coffee, der ebenfalls auf schnelles Mitnahmegeschäft setzt, aber meist bei etwa 1,50 Euro für einen Espresso startet. LAP Coffee hat bereits 16 Filialen in Berlin.

Ein Blick auf die Google-Bewertungen zeigt, wie sehr Cotti Coffee polarisiert. Viele loben die Preise und den Geschmack. „Sehr gute Preise und der Kaffee schmeckt mega“, schreibt ein Nutzer. Eine andere Kundin freut sich: „Endlich mal wieder guten und günstigen Café.“
Doch es gibt auch andere Stimmen. Ein Rezensent klagt: „Billig sein ist eben nicht alles.“ Ein weiterer beschreibt den Laden als „chaotisch“ und kritisiert den Service. Mehrfach wird bemängelt, dass man ohne App kaum Vorteile hat.
Gerade dieses App-System sorgt für Stirnrunzeln. Wer die günstigsten Angebote nutzen will, muss sich registrieren, persönliche Daten hinterlegen und die App regelmäßig nutzen.
Günstig, schnell – aber wenig transparent
Cotti bezieht seine Kaffeebohnen aus verschiedenen traditionellen Anbauregionen, macht zur genauen Herkunft jedoch nur vage Angaben und verweist bislang lediglich auf allgemeine Nachhaltigkeitsstandards.
Gegründet wurde Cotti 2022 von ehemaligen Machern der chinesischen Kaffeekette Luckin Coffee. Nach einem Bilanzskandal starteten sie mit Cotti einen Neuanfang – aggressiver, digitaler und internationaler. Innerhalb weniger Jahre wuchs das Unternehmen auf Zehntausende Filialen weltweit. Das Ziel ist klar: Marktführerschaft durch Masse, Tempo und niedrige Preise.



