Wenn Gerhard Güttler mit den Leckerlis raschelt, kommen sie neugierig herbeigelaufen: Der kleine weiße Max, Anoki, Makani, Hero und Kajus. Die fünf Alpakas wohnen im Garten der Mana-Seniorenresidenzen in Lankwitz. Die tierische Helfer sind die Stars bei den Bewohnern. Und Gerhard Güttler hat mit dem Terrassenzimmer zum Garten hin das große Los gezogen.
„Immer wenn Besuch kommt, locke ich sie her“, erzählt der 94-Jährige. „Ein bisschen wie im Zoo“, freut er sich, als die Alpakas hinter seinen Gardinen nach restlichen Leckerlis schnuppern.
Die fünf felligen Gesellen mit den freundlichen Gesichtern kommen sogar in das Zimmer spaziert, wenn im Sommer die Tür offen ist. Im Garten der Anlage können sie sich frei bewegen.

Alpakas im Seniorenheim, das ist keine ganz neue Idee. Der Gewinn für alle hat sich bereits vielerorts gezeigt. Denn die Tiere strahlen Ruhe aus, wie sie da so durch die Gegend schreiten. Ihr sanftes Wesen, ihre neugierige, aber nie aufdringliche Art und ihr weiches Fell schaffen eine besondere Atmosphäre.
„Die Tiere berühren die Seele, sie sprechen Menschen auf einer anderen Ebene an und fördern das emotionale Wohlbefinden“, erklärt Mana-Geschäftsführerin Johanna Janssen. „Besonders für Menschen mit Demenz können sie Brücken zur Außenwelt sein.“ Wenn die Worte fehlen, tut es gut, mit den Händen Wärme zu spüren.
Alpakas im Fahrstuhl
Alle im Haus kennen die Alpakas und keiner wundert sich, wenn Kajus mal bei der Chefin im Büro vorbeischaut. Die Alpakas sind es sogar gewöhnt, zu zweit an der Leine mit dem Fahrstuhl in die obere Etage zu fahren. „Nicht alle Bewohner sind gut zu Fuß, so kommen auch sie in den Genuss eines Alpaka-Besuchs“, so Janssen.
Gerhard Güttler aber wohnt fast mittendrin in der kleinen Herde. Sein Sohn und die Schwiegertochter hätten das Seniorenapartment für ihn ausgesucht. „Da habe ich ihnen voll vertraut“, sagt der ehemalige Luftwaffen-Pilot. Die Tiere waren dann eine willkommene Überraschung.
Wo er in seinem Berufsleben von seinem Fliegerhorst in der Eiffel mit Vollspeed den Starfighter durch ganz Europa flog, macht sich nun Ruhe und Gelassenheit beim Anblick der Alpakas breit. „Ich meditiere seit 50 Jahren“, erzählt Gerhard Güttler. Jeden Abend schließe er mit dem Gedanken, wie dankbar er für ein erfülltes Leben sei.

Wenn die greisen Hände durch das weiche Fell von Max und seinen Freunden gleiten, sind Mensch und Tier ganz im Moment, auch das hat etwas Meditatives.




