Meterhoher Schnee, eingeschlossene Häuser und lebensgefährliche Dachlawinen. Die russische Halbinsel Kamtschatka erlebt derzeit einen Winter von historischem Ausmaß. Meteorologen sprechen von den schwersten Schneefällen seit mehr als 30 Jahren. Innerhalb weniger Tage fiel so viel Schnee wie sonst in einem ganzen Monat.
Das Wetterphänomen hinter dem Extremwinter
Ausgelöst wurde das Extremwetter durch mehrere Tiefdrucksysteme und wiederkehrende Pazifik-Zyklone, die enorme Mengen Feuchtigkeit in die Region brachten. In Kombination mit eisiger Luft und der besonderen Geografie Kamtschatkas verwandelte sich diese Feuchtigkeit in schweren, gefährlichen Schnee.
Die Schneemassen haben in der Region den Ausnahmezustand ausgelöst. In der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski kamen bereits zwei Menschen durch herabstürzende Schneemassen von Dächern ums Leben.
Das Schneechaos in Bildern
Meterhohe Schneeverwehungen haben ganze Straßenzüge in Petropawlowsk-Kamtschatski nahezu verschluckt. An vielen Wohnhäusern sind nur noch die oberen Stockwerke zu sehen, während Erdgeschosse komplett im Schnee verschwinden.

Der Schnee türmt sich direkt an Gebäuden. Balkone, Treppen und Hauseingänge sind teilweise vollständig blockiert, sodass Bewohner ihre Wohnungen kaum noch verlassen können.

Die enorme Schneelast auf den Dächern stellt eine akute Gefahr dar. Einsatzkräfte und Hausmeister räumen Schnee unter schwierigen Bedingungen, um Dachlawinen zu verhindern, die bereits tödliche Folgen hatten.

Viele Fahrzeuge sind im Schnee kaum noch zu erkennen. In einigen Straßen ragen nur noch Autodächer oder Seitenspiegel aus den meterhohen Schneewällen hervor.

Der Alltag vieler Familien besteht derzeit aus Schaufeln und Freilegen. Auch Kinder helfen mit, Autos und Zufahrten vom Schnee zu befreien – oft stundenlang und bei eisigen Temperaturen.

Parkplätze sind vielerorts nicht mehr nutzbar. Fahrzeuge stecken tagelang fest, weil die Schneemengen selbst mit Schaufeln kaum zu bewältigen sind.

Gehwege und Straßen sind kaum noch zu erkennen. Menschen bewegen sich auf schmalen, freigeschaufelten Pfaden zwischen meterhohen Schneewänden durch die Stadt.

Mitarbeiter des Katastrophenschutzes arbeiten rund um die Uhr daran, Dächer von den Schneelasten zu befreien. Die Behörden warnen weiterhin vor herabstürzenden Schneemassen.


