Kein Ende in Sicht

Diese Bilder vom Jahrhundertwinter aus Kamtschatka schockieren die Welt

Meteorologen sprechen von den heftigsten Schneefällen seit Jahrzehnten – ganze Städte in Teilen Russlands versinken im Schnee.

Author - Tobias Esters
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Ein Auto ist fast vollständig im Schnee versunken.
Ein Auto ist fast vollständig im Schnee versunken.Alexander A. Piragis/imago

Meterhoher Schnee, eingeschlossene Häuser und lebensgefährliche Dachlawinen. Die russische Halbinsel Kamtschatka erlebt derzeit einen Winter von historischem Ausmaß. Meteorologen sprechen von den schwersten Schneefällen seit mehr als 30 Jahren. Innerhalb weniger Tage fiel so viel Schnee wie sonst in einem ganzen Monat.

Das Wetterphänomen hinter dem Extremwinter

Ausgelöst wurde das Extremwetter durch mehrere Tiefdrucksysteme und wiederkehrende Pazifik-Zyklone, die enorme Mengen Feuchtigkeit in die Region brachten. In Kombination mit eisiger Luft und der besonderen Geografie Kamtschatkas verwandelte sich diese Feuchtigkeit in schweren, gefährlichen Schnee.

Die Schneemassen haben in der Region den Ausnahmezustand ausgelöst. In der Hauptstadt Petropawlowsk-Kamtschatski kamen bereits zwei Menschen durch herabstürzende Schneemassen von Dächern ums Leben.

Das Schneechaos in Bildern

Meterhohe Schneeverwehungen haben ganze Straßenzüge in Petropawlowsk-Kamtschatski nahezu verschluckt. An vielen Wohnhäusern sind nur noch die oberen Stockwerke zu sehen, während Erdgeschosse komplett im Schnee verschwinden.

Wohnhäuser in Petropawlowsk-Kamtschatski sind bis in mehrere Etagen eingeschneit.
Wohnhäuser in Petropawlowsk-Kamtschatski sind bis in mehrere Etagen eingeschneit.Alexandr Piragis/imago

Der Schnee türmt sich direkt an Gebäuden. Balkone, Treppen und Hauseingänge sind teilweise vollständig blockiert, sodass Bewohner ihre Wohnungen kaum noch verlassen können.

Schneemassen blockieren Balkone und Hauseingänge von Wohnhäusern auf Kamtschatka.
Schneemassen blockieren Balkone und Hauseingänge von Wohnhäusern auf Kamtschatka.Alexander A. Piragis/imago

Die enorme Schneelast auf den Dächern stellt eine akute Gefahr dar. Einsatzkräfte und Hausmeister räumen Schnee unter schwierigen Bedingungen, um Dachlawinen zu verhindern, die bereits tödliche Folgen hatten.

Ein Arbeiter räumt Schnee von einem Gebäudedach in Petropawlowsk-Kamtschatski.
Ein Arbeiter räumt Schnee von einem Gebäudedach in Petropawlowsk-Kamtschatski.Alexander A. Piragis/imago

Viele Fahrzeuge sind im Schnee kaum noch zu erkennen. In einigen Straßen ragen nur noch Autodächer oder Seitenspiegel aus den meterhohen Schneewällen hervor.

Schneeräumung auf Ampelhöhe an einer Kreuzung in Petropawlowsk-Kamtschatski.
Schneeräumung auf Ampelhöhe an einer Kreuzung in Petropawlowsk-Kamtschatski.Alexandr Piragis/imago

Der Alltag vieler Familien besteht derzeit aus Schaufeln und Freilegen. Auch Kinder helfen mit, Autos und Zufahrten vom Schnee zu befreien – oft stundenlang und bei eisigen Temperaturen.

Eine Familie versucht, ihr eingeschneites Auto aus den Schneemassen zu befreien.
Eine Familie versucht, ihr eingeschneites Auto aus den Schneemassen zu befreien.Alexandr Piragis/imago

Parkplätze sind vielerorts nicht mehr nutzbar. Fahrzeuge stecken tagelang fest, weil die Schneemengen selbst mit Schaufeln kaum zu bewältigen sind.

Ein Fahrzeug steckt tief in einer Schneewehe fest.
Ein Fahrzeug steckt tief in einer Schneewehe fest.Alexander A. Piragis/imago

Gehwege und Straßen sind kaum noch zu erkennen. Menschen bewegen sich auf schmalen, freigeschaufelten Pfaden zwischen meterhohen Schneewänden durch die Stadt.

Passanten gehen durch schmale Schneeschneisen in Petropawlowsk-Kamtschatski.
Passanten gehen durch schmale Schneeschneisen in Petropawlowsk-Kamtschatski.Alexander A. Piragis/imago

Mitarbeiter des Katastrophenschutzes arbeiten rund um die Uhr daran, Dächer von den Schneelasten zu befreien. Die Behörden warnen weiterhin vor herabstürzenden Schneemassen.

Einsatzkräfte räumen Schnee von einem Dach, um Dachlawinen zu verhindern.
Einsatzkräfte räumen Schnee von einem Dach, um Dachlawinen zu verhindern.Government of Kamchatka Territor

Keine Entspannung in Sicht

Örtliche Meteorologen warnen weiterhin vor gefährlichen Wetterbedingungen. Erwartet werden neuer Schneefall, Schneestürme und Windgeschwindigkeiten von bis zu 67 Kilometern pro Stunde. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt drohen zudem Eisbildung und extrem glatte Straßen.