Behörden warnen

Zoll zieht gefährliche Kokain-Postkarte aus dem Verkehr

Was sich in dieser Ansichtskarte versteckt, ließ auch die Beamten staunen: Jetzt kommt das Kokain sogar per Post nach Berlin.

Author - Florian Thalmann
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Jetzt kommt das Koks sogar per Post: Zollbeamte zogen in Potsdam diese mit Kokain beklebte Postkarte aus dem Verkehr.
Jetzt kommt das Koks sogar per Post: Zollbeamte zogen in Potsdam diese mit Kokain beklebte Postkarte aus dem Verkehr.Christiane Ullrich/dpa

Heute werden immer weniger Postkarten geschrieben – doch die besonderen Urlaubsgrüße könnten jetzt ihr großes Comeback erleben: als Schmuggelhilfe für Drogendealer! In Potsdam hat der Zoll jetzt eine Ansichtskarte abgefangen, die mehr enthielt als nur einen lieben Gruß. Sie war mit Kokain gefüllt.

Postkarte mit Blumenmuster hatte gefährliches Extra

Der besondere Fund gelang den Zollbeamten schon am 9. Januar – erst jetzt berichtete die Behörde in einer Mitteilung von dem pfiffigen Schmuggelversuch. Die Karte wirkte auf den ersten Blick harmlos, war verziert mit einem Blumenmuster. Doch ein Foto, das der Zoll veröffentlichte, zeigt den wahren Sinn der Postsendung.

„In der auf den ersten Blick harmlos wirkenden Postkarte wurde anstelle netter Urlaubsgrüße eine silberfarbene Kunststofffolie mit einer weißen kristallinen Substanz verklebt“, heißt es vom Zoll. Das weiße Pulver wurde genau unter die Lupe genommen, ein Drogentest veranlasst. Ergebnis: ein Volltreffer! Es sei Kokain nachgewiesen worden, heißt es in der Mitteilung weiter.

Besonders gern wird Kokain in Bananenkisten geschmuggelt. Auch in Berlin und Brandenburg wird die Droge immer wieder gefunden.
Besonders gern wird Kokain in Bananenkisten geschmuggelt. Auch in Berlin und Brandenburg wird die Droge immer wieder gefunden.Marcus Brandt/dpa

Postkarte mit Drogen kam aus Spanien

Die Karte kam aus Spanien – unklar ist, von wem sie kam und an wen sie gehen sollte. Gegen den Empfänger sei ein Verfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet worden, die Zollfahnder von Berlin und Brandenburg ermitteln. Ob der Empfänger von der Sendung wusste und ob er etwas damit zu tun hat, werden nun die weiteren Ermittlungen ergeben.

Ein Gramm Kokain kostet in Deutschland zwischen 60 und 90 Euro. Dass der Stoff ins Land geschmuggelt wird, ist nicht neu – dass er nun sogar auf Postkarten verklebt wird, dürfte viele aber überraschen. Häufig wird nur über wirklich große Koks-Funde berichtet – etwa dann, wenn die Droge kiloweise in Bananenkisten entdeckt wird. Im Sommer 2025 fanden beispielsweise Mitarbeiter von insgesamt 14 Supermärkten in Berlin und Brandenburg Kokain in Obstlieferungen.