Mietpreisbremse

Wer Mieter abzockt, bekommt jetzt Ärger: Es drohen 50.000 Euro Strafe!

Der Berliner Senat verschärft den Kampf gegen überhöhte Mieten. Tausende Wohnungsanzeigen stehen unter Verdacht.

Author - Mariella Mandurino
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Für Abzock-Vermieter könnte es bald eng werden: Der Senat will künftig die Mieten regelmäßig überprüfen.
Für Abzock-Vermieter könnte es bald eng werden: Der Senat will künftig die Mieten regelmäßig überprüfen.KI-generiert

Wohnung gesucht, Konto geplündert? Der Berliner Wohnungsmarkt treibt viele Mieter seit Jahren zur Verzweiflung. Hohe Preise, kaum Angebote und Vermieter, die immer mehr verlangen. Jetzt sagt der Senat den mutmaßlichen Abzock-Vermietern den Kampf an und die ersten müssen bereits mit Konsequenzen rechnen.

Hunderte Vermieter erhalten jetzt Post

So kann es nicht weitergehen, das weiß auch der Senat, deshalb will er jetzt handeln. Die dreisten Berliner Mieten müssen künftig ein Ende haben. Bei einem erstmals durchgeführten Mieten-Scan hat der Berliner Senat im Juni insgesamt 4539 Wohnungsanzeigen überprüft. Das Ergebnis ist alarmierend: Bei 46 Prozent der Inserate besteht nach Angaben der Senatsverwaltung der Verdacht, dass gegen die Mietpreisbremse verstoßen wurde.

Der Berliner Senat will ermitteln, ob Vermieter gegen die Mietpreisbremse verstoßen.
Der Berliner Senat will ermitteln, ob Vermieter gegen die Mietpreisbremse verstoßen.Udo Herrmann/Imago

Für die betroffenen Vermieter bleibt der Verdacht nicht ohne Folgen. Sie werden nun angeschrieben und aufgefordert, ihre verlangte Miete zu überprüfen. Liegt sie über der gesetzlich zulässigen Grenze, sollen die Mietforderungen entsprechend angepasst werden. Denn ansonsten kann ihnen eine teure Strafe drohen.

Wohnungssenator Christian Gaebler (SPD) kündigte an, dass der Mieten-Scan künftig regelmäßig stattfinden soll. Vorerst ist eine monatliche Überprüfung von Wohnungsanzeigen geplant. Ziel sei es, Vermieter frühzeitig auf mögliche Verstöße hinzuweisen und zu verhindern, dass die angespannte Lage auf dem Berliner Wohnungsmarkt ausgenutzt wird.

Wohnungssenator Christian Gaebler (SPD) setzt sich für den Mieten-Scan ein.
Wohnungssenator Christian Gaebler (SPD) setzt sich für den Mieten-Scan ein.Markus Wächter/Berliner Zeitung

„Berlin nutzt alle Möglichkeiten, um den Mieterschutz in der Stadt durchzusetzen“, erklärte Gaebler. Man wolle konsequent gegen Mietwucher vorgehen und gleichzeitig faire Vermieter schützen. Vor allem wird das aber die Bürger entlasten. Auf Internetseiten wie Immoscout, Immonet und Co. werden teilweise WG-Zimmer mit 15 Quadratmetern für 780 Euro angeboten oder 1-Zimmer-Wohnungen für 1230 Euro.

Wann Vermieter ein Bußgeld riskieren

Viele Vermieter bieten utopische Preise an und halten sich nicht an die vorgeschriebene Mietpreisbremse.  Sie sagt vor, dass die Miete bei einer Neuvermietung grundsätzlich höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Maßgeblich ist der aktuelle Mietspiegel. Ausnahmen gelten allerdings für bestimmte Neubauten.

Wird die ortsübliche Vergleichsmiete dagegen um mehr als 20 Prozent überschritten, gilt die Miete als überhöht. Das kann als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Heißt auch: Diesmal müssen die Vermieter und nicht die Mieter blechen.

Noch ernster wird es bei besonders extremen Fällen: Liegt die verlangte Miete mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete, kann dies als Mietwucher gelten und damit sogar eine Straftat sein.

Mit den regelmäßigen Kontrollen will der Berliner Senat nach eigenen Angaben dafür sorgen, dass sich Vermieter stärker an die gesetzlichen Vorgaben halten. Gleichzeitig sollen Wohnungssuchende besser vor überhöhten Mietforderungen geschützt werden, gerade in einer Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum seit Jahren knapp ist.

Halten Sie die Strafen für Abzock-Vermieter für angemessen? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com